Welt : Kennen Sie den?: Gesucht: Zwischen Pasta und Schnitzel

Julia Möhn

Auf dem Höhepunkt seines Ruhms behauptete er angeblich einmal, er könne einfach alles spielen, "meinetwegen auch ein Schnitzel". Man glaubt es ihm, stellt sich aber vor, dass dieses Schnitzel eher mürrisch und ziemlich hartledrig wäre.

Seine Kindheit in Manhattan war nicht so hart wie seine frühen Filme, aber auch nicht geeignet, einen von Hollywoods glatten Charmeuren hervorzubringen. Der Vater, ein recht prominenter Maler, verließ die Familie, als der Sohn gerade zwei war. Die Mutter, eigentlich selbst Künstlerin, arbeitete als Sekretärin für eine Schauspielschule, die ersten Stunden des Sohnes waren gewissermaßen Teil ihres Gehalts. Mit der zahlreichen Verwandtschaft und Freunden aus dem Viertel spann er ein unterstützendes Netz von Beziehungen und Abhängigkeiten, wie es - in etwas zugespitzter Form - auch in jenen Filmen eine Rolle spielt, mit denen er am stärksten identifiziert wird. Bis heute, heißt es, hält der Weltstar an diesem Geflecht treu und verlässlich fest.

Eigentlich denkt man bei ihm, er spiele immer ein und dieselbe Rolle. Dabei ist seine Wandlungsfähigkeit legendär. Mal legt er 30 Kilo zu und versucht sich in einer ihm bis dato fremden Sportart, dann lernt er konzertreif Saxophon spielen.

Cineasten warfen ihm vor, sich in späteren Jahren nicht mehr mit gleicher Intensität in seine Rollen zu werfen und zu viele zweitrangige Engagements zu akzeptieren. Von seinem künstlerischen Purismus hat sich der zweifache Oscargewinner ("ich habe ja auch Ausgaben") in der Tat gelöst, dafür sieht man ihn öfter und weniger angestrengt. Mit dem Schnitzel wird es wohl nichts mehr - unser Mann hat in jüngster Zeit eher einen Hang zu kleineren Auftritten in Komödien. Und in seinen größten Rollen war ohnehin immer nur Pasta auf dem Tisch.

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