Welt : Kieler "delta radio" sendete die Anmache live über den Äther

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Rund 320 Frauen und Männer mit einer festen Liebesbeziehung wurden vom Kieler "delta radio" in den vergangenen neun Monaten einem ungewöhnlichen "Treuetest" unterzogen. In Auftrag gegeben wurde er von den jeweiligen Partnern der Testpersonen. Jeden Tag rief Moderator Matthias Pfaff bei ahnungslosen Opfern an. Über die Vorlieben der Person am anderen Ende der Leitung bestens informiert, präsentierte er sich den Frauen als echter Traumtyp, lud sie zum Theaterbesuch, zum Stadtbummel oder zum Essen ein. Bei den Männern gab er vor, für seine hübsche, aber schüchterne Schwester ein Date ausmachen zu wollen. Peinlich für die unfreiwilligen Probanden: Der richtige Partner hörte das Gespräch mit. Später waren über den Äther auch die restlichen rund 50 000 Hörer des Privatsenders Zeugen der Anmache. Nach Abschluss der Testserie zieht Pfaff eine eindeutige Bilanz: "Treue steht auf Platz Eins." Nur etwa zwei Fünftel der auf die Probe gestellten Personen seien auf die fingierte Einladung eingegangen. Frauen seien eher zu einem Treffen bereit gewesen. Die Männer hingegen hätten wesentlich häufiger klar gestellt, bereits in festen Händen zu sein. Auch das Versprechen, dass die Schwester Körbchen-Größe D habe und aussehe wie Britney Spears nutzte da nichts. Frauen verheimlichten hingegen wesentlich häufiger, einen Lover zu haben. Doch so krass wie im Falle einer Animateurin in Spanien kam es selten. Sie verleugnete ihren vor Sehnsucht vergehenden Freund in Deutschland hartnäckig und zeigte sich sogar nicht abgeneigt, bei dem fremden Anrufer zu übernachten.

Die Resonanz auf die Aktion sei sehr hoch gewesen, erzählt Pfaff. Vor allem 23- und 24-Jährige hätten sich um den Treuetest beworben. "Es ist der Reiz, dabei zu sein, wo man es sonst nicht kann." Die Beziehung sei selten Gesprächsthema. Daher bestehe offenbar ein großes Interesse, auf einfache Weise herauszufinden, was hinter den Treueversprechen des Partners stecke, statt sich mit Diskussionen das Wochenende zu verderben, vermutet der Moderator.

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