Welt : Kieler Woche: Fähre versenkt Segeljacht

Kiel - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Samstagabend die Kieler Woche eröffnet. Mit einem Schiffshorn gab Merkel vor 12 000 Zuschauern auf dem Rathausplatz das Startsignal für das Volksfest, zu dem bis zum Sonntag kommender Woche drei Millionen Besucher erwartet werden. An der Seite des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen und der Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (alle CDU) wünschte die Kanzlerin bei sonnigem Wetter den Kielern und ihren Gästen ein stimmungsvolles Fest. Zu den traditionellen Segelregatten haben sich 4500 Sportler aus mehr als 50 Ländern angemeldet. Während der Kieler Woche feiert die Marine auch den 50. Geburtstag ihres Schulschiffes „Gorch Fock“.

Merkel ließ, die schon vor zwei Jahren als erste deutsche Regierungschefin die Kieler Woche eröffnet hatte, das maritime „Leinen los!“-Signal „lang-kurz- kurz-lang“ ertönen. Carstensen machte zuvor um 19.30 Uhr an der Schiffsglocke mit dem traditionellen Glasen die seemännische Zeitansage für „halb acht“.

Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt stand schon Stunden vor der offiziellen Eröffnung ganz im Zeichen der Kieler Woche. Zehntausende flanierten bei sommerlichem Wetter durch die Stadt, verfolgten Segelregatten auf der Innenförde und vor Schilksee oder besuchten den Internationalen Markt mit kulinarischen und handwerklichen Spezialitäten aus rund 30 Staaten.

Traditionssegler mit vielen Gästen an Bord und zahlreiche Hobbysegler boten ein prächtiges Bild auf der Förde. Viele Kinder tollten auf der traditionellen Spiellinie, wo sie in diesem Jahr eine asiatische Fantasiewelt entstehen lassen werden. Insgesamt stehen 1500 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter etwa 300 fast durchweg kostenlose Konzerte. Schaulustige nutzten am Nachmittag auch die Gelegenheit, Marineschiffe zu besichtigen. 27 Schiffe und Boote mit 2500 Besatzungsmitgliedern an Bord sind diesmal zur Kieler Woche gekommen.

Eine Schrecksekunde erlebte am Mittag die dreiköpfige Besatzung eines Segelbootes: Ihre zehn Meter lange Holzjacht wurde von einem Fördeschiff gerammt und versenkt. Die Crew wurde aus dem Wasser unversehrt geborgen, nur ein Segler zog sich einige Schrammen zu. Zu der Kollision kam es bei den Vorbereitungen zu einer Regatta klassischer Jachten in der Kieler Innenförde. Die Personenfähren verkehren zwischen dem Kieler Stadtzentrum und dem Ostseebad Laboe. dpa

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