Kind verschwunden : Keine einzige Spur von Tim

Die Polizei steht auch am vierten Tag nach dem Verschwinden des zweijährigen Tim aus Elmshorn vor einem Rätsel. Ob der Junge einem Verbrechen zum Opfer fiel oder auf eigene Faust sein Kinderbett verließ, ist noch völlig unklar.

Elmshorn - "Es gibt einfach nichts Neues", sagte ein Polizeisprecher am Montag in Elmshorn. Der kleine Junge war am Donnerstagabend unter mysteriösen Umständen aus der Wohnung seiner 21 Jahre alten Mutter verschwunden. Vergeblich hatten daraufhin rund 100 Polizisten und Feuerwehrleute an drei Tagen die schleswig-holsteinischen Kleinstadt und angrenzende Grünanlagen durchkämmt. Taucher suchten in Teichen und dem Fluss Krückau nach Spuren, fanden aber absolut nichts.

"Wir ermitteln in alle Richtungen, haben aber keine konkreten Hinweise", sagte ein Sprecher der Kriminalpolizei. Nach Angaben der allein erziehenden Mutter hatte sie den kleinen Tim noch mit Jeans und Pulli bekleidet zu Bett gebracht. Dann sei sie selbst eingenickt. Als sie nach drei Stunden wieder aufwachte, sei Tim nicht mehr in seinem Zimmer gewesen. Völlig verzweifelt habe sie die Polizei gerufen.

Nach einer so genannten Zugkraftmessung an der Wohnungstür sind die Ermittler sicher, dass Tim durchaus in der Lage gewesen ist, selbst die Wohnung zu verlassen. Einbruchsspuren oder Hinweise auf eine Entführung fanden sich in der Wohnung nicht. Auch die Befragungen der Familie brachte bislang keine neuen Erkenntnisse. «Es ist außergewöhnlich, dass ein Kind verschwindet und es überhaupt keinen Anhaltspunkt gibt, was und wie das passiert sein könnte», sagte der Sprecher. Auch rund 30 Hinweise aus der Bevölkerung und die Befragungen von Nachbarn brachten bislang nichts.

Die groß angelegte Suche von Polizei und Feuerwehr in der Umgebung des Wohnhauses wurden mittlerweile eingestellt. «Wenn wir mit der Suche weitermachen, dann nur nach gezielten Hinweisen mit einem konkreten Ziel», meinte der Kripo-Sprecher. Mit Hochdruck werden jetzt Anwohner und weitere Zeugen aus dem familiären Umfeld der 21- jährigen Mutter und des von ihr getrennt lebenden Vaters des Jungen befragt. (tso/dpa)

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