Kinderhandel : Gegen Marias leibliche Mutter sind Ermittlungen eingeleitet

Marias leibliche Mutter ist Saska Ruseva. Das hat ein DNA-Test zweifelsfrei ermittelt. Sie lebt in Bulgarien und hat mehrere hellblonde Kinder. Gegen sie wird jetzt wegen Kinderhandels ermittelt. Unklar ist, was mit Maria passieren wird.

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Saska Ruseva mit ihrem Sohn Atanas, dessen Haar hell leuchtet. Foto: Reuters
Saska Ruseva mit ihrem Sohn Atanas, dessen Haar hell leuchtet. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Die ermittelte leibliche Mutter der kleinen Maria hat mehrere leuchtend blonde Kinder. Die Frau heißt Saska Ruseva, ist 35 Jahre alt und lebt mit ihrem 38-jährigen Mann Atanas Rusev in einer Roma-Siedlung am Rand der bulgarischen Kleinstadt Nikolaevo. Das Paar hat neun Kinder. Zwei davon sind hellhäutig und blond wie die kleine Maria. Bilder bulgarischer Fernsehsender zeigten die Roma-Familie in ärmlichsten Verhältnissen. Das Paar lebt von Sozialhilfe. Mit fünf Kindern bewohnen die Eheleute ein Zimmer. Als einziges Möbelstück ist ein Doppelbett zu sehen. Die anderen vier Kinder leben offenbar nicht bei der Familie.

Die Mutter von Maria und ihr Mann hatten als Erntehelfer in Griechenland gearbeitet

Nachbarn sagten bulgarischen Reportern, im Fernsehen habe die Frau die beiden griechischen Roma, bei denen Maria gefunden wurde, als jenes Paar erkannt, dem sie vor viereinhalb Jahren ihren Säugling verkaufte. Die Frau sei in Tränen ausgebrochen, als sie die Bilder ihrer inzwischen fast fünfjährigen Tochter gesehen habe. Im Winter 2008 bis 2009 war die damals schwangere Saska Ruseva mit ihrem Mann in Griechenland, wo beide als Erntehelfer arbeiteten.

Sie konnte ihr Neugeborenes nicht registrieren lassen, weil sie illegal in Griechenland war

Ende Januar brachte die Frau ein Mädchen zur Welt. Wie der Bürgermeister der griechischen Stadt Lamia bestätigte, hatte die Mutter versucht, ihr Neugeborenes am 10. Februar 2009 beim dortigen Standesamt registrieren zu lassen. Sie konnte aber nicht die erforderlichen Papiere beibringen, weil sie sich illegal in Griechenland aufhielt.

In ersten Vernehmungen soll die Frau jetzt gestanden haben, sie habe das Kind dann für 500 Euro an das griechische Roma-Paar verkauft. Das Geld benötigten sie und ihr Mann angeblich für die Heimreise nach Bulgarien. Gegen die Frau wird jetzt in Bulgarien wegen Kinderhandels ermittelt. Ein DNA-Test hat jetzt zweifelsfrei erwiesen, dass es sich um die leibliche Mutter Marias handelt. Was mit dem Kind geschehen wird, ist noch unklar.

Dass Maria ihren leiblichen Eltern zurückgeben wird, sei unwahrscheinlich, hieß es nach Medienberichten in bulgarischen Polizeikreisen. Das Mädchen komme möglicherweise in ein bulgarisches Kinderheim.

Unterdessen leitete die Athener Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen ein griechisches Ehepaar ein. Der 53-jährige Mann und seine 48 Jahre alte Frau sollen im März ein Neugeborenes für 4000 Euro von einer Roma-Frau gekauft haben. Da Paar war am Donnerstag im Athener Stadtteil Ano Liosia festgenommen worden. In den Vernehmungen soll es erklärt haben, es habe selbst keine Kinder bekommen können.

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