Kindermord in Schweden : 31-jährige Deutsche erneut festgenommen

Zwei Wochen nach einem Kindermord in Schweden ist am Sonntag eine 31 Jahre alte Deutsche in Hannover zum zweiten Mal festgenommen worden. Die Frau soll zwei Kinder umgebracht und deren Mutter massakriert haben. Grund für die Schreckenstat ist offenbar eine unglückliche Liebesaffäre.

Hannover/StockholmEs gibt einen neuen europäischen Haftbefehl und weitere, bessere Beweise gegen die Frau, sagte Staatsanwalt Thomas Klinge. Die 31-Jährige hatte bereits in Untersuchungshaft gesessen, war aber wieder freigelassen worden. In dem aufsehenerregenden Mordfall waren vor zwei Wochen in der Kleinstadt Arboga westlich von Stockholm ein drei Jahre alter Junge und seine einjährige Schwester getötet und die 23 Jahre alte Mutter der Kinder mit zahlreichen Stichen schwer verletzt worden. Als Hintergrund für die Tat wird ein Beziehungsdrama vermutet. Die Deutsche soll zeitweise ein Verhältnis mit dem Lebensgefährten der jungen Mutter gehabt haben.

Wie die Stockholmer Zeitung "Aftonbladet" am Sonntag in ihrer Internetausgabe berichtete, konnte die Mutter der getöteten Kinder erstmals nach fast zwei Wochen im Koma und mehreren schweren Operationen wieder sprechen. Sie wisse aber noch nichts vom Mord an ihren Kindern, hieß es weiter. Von der Aussage der Frau erhoffen sich die Fahnder weitere Klarheit über den Tathergang.

Die Frau soll mehrmals mit dem Mord an der "Nebenbuhlerin" gedroht haben

Klinge sagte, die schwedischen Behörden hätten einen Auslieferungsantrag für die Deutsche gestellt. Darüber werde nun das Oberlandesgericht Celle entscheiden. Die Verdächtige hat bislang alle Vorwürfe bestritten und will zum Tatzeitpunkt gar nicht in Arboga gewesen sein.

Nach Stockholmer Medienberichten war die 31-Jährige wegen ihres schwedischen Freundes nach Stockholm gezogen, den sie 2006 im Urlaub in Griechenland kennengelernt hatte. Als dieser sich von ihr getrennt hatte, habe sie ihn unter anderem mit zahlreichen SMS-Mitteilungen bedrängt. Nach Angaben schwedischer Zeugen, soll sie auch mehrfach mit der Tötung der neuen Partnerin ihres Ex-Freundes und deren Kindern gedroht haben.

Die 31-Jährige war am Gründonnerstag von ihrem Wohnort Stockholm in die niedersächsische Landeshauptstadt gereist und hatte sich dort auf Anraten ihrer Eltern der Polizei gestellt. Nach zwei Tagen Untersuchungshaft wurde sie freigelassen, weil ausreichende Beweise oder Indizien für den in Schweden ausgestellten internationalen Haftbefehl fehlten. Nach der ersten Festnahme der Deutschen war eine DNA-Probe genommen worden. Der Abgleich dieser Probe mit DNA vom Tatort galt in Schweden als ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Fahndung. (kj/dpa)

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