Kinderpornos : Bewährungsstrafe für Kasseler Gerichtspräsidenten

Der Präsident des Kasseler Verwaltungsgerichts ist wegen des Besitzes von mehr als 1000 Kinderpornos zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Zusätzlich drohen ihm disziplinarrechtliche Konsequenzen.

Marburg/Kassel - Der promovierte Jurist muss auch eine Geldbuße in Höhe von 4800 Euro an den Kinderschutzbund zahlen, wie die Staatsanwaltschaft Marburg mitteilte. Der 54-Jährige habe die Vorwürfe eingeräumt und einen entsprechenden Strafbefehl akzeptiert. Damit bleibt ihm eine öffentliche Gerichtsverhandlung erspart. Der Gerichtspräsident, dessen Amtsgeschäfte wegen der Vorwürfe ruhen, muss sich nun noch einem Disziplinarverfahren vor dem Richterdienstgericht stellen.

"Gegenstand der Verurteilung ist der Besitz von insgesamt 1010 Bild- und 2 Videodateien, die Mädchen und Jungen unter 14 Jahren bei der Vornahme sexueller Handlungen mit anderen Kindern, Erwachsenen oder an sich selbst zeigen", erklärte die Staatsanwaltschaft. Diese Darstellungen habe der Gerichtspräsident innerhalb von knapp zweieinhalb Jahren aus dem Internet heruntergeladen. Sie waren bei einer Hausdurchsuchung im August 2006 auf den Festplatten seines privaten Computers gefunden worden, nachdem Ermittler im Rahmen eines anderen Verfahrens in Cottbus zufällig auf den Kasseler Juristen gestoßen waren.

Disziplinarverfahren war ausgesetzt

Nach Angaben des hessischen Justizministeriums drohen dem Gerichtspräsidenten nach seiner rechtskräftigen Verurteilung schwer wiegende disziplinarrechtliche Konsequenzen. Das Disziplinarverfahren, das bis zum Abschluss der strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt worden war, werde jetzt wieder aufgenommen. Das Richterdienstgericht beim Oberlandesgericht in Frankfurt am Main habe zu entscheiden, ob der Jurist weiter als Richter oder gar als Gerichtspräsident arbeiten dürfe. Möglich sei auch die Herabstufung in eine tiefere Besoldungsgruppe. (tso/ddp)

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