Kinderschänderring : Vier Festnahmen

Die Drahtzieher eines deutsch-tschechischen Kinderschänderrings sind der Polizei in Bayern ins Netz gegangen. Vier Personen wurden festgenommen - darunter zwei Pädagogen.

Deggendorf/Klatovy - In Kooperation mit den tschechischen Behörden nahmen die Ermittler seit Mai vier Männer fest, darunter zwei Pädagogen aus Bergisch Gladbach und Gelsenkirchen sowie einen 60-jährigen Unternehmer aus dem Raum Deggendorf, wie die Staatsanwaltschaft Deggendorf mitteilte. Die Männer stehen im Verdacht, in den vergangenen Monaten mehrere Kinder im Alter zwischen 8 und 16 Jahren in Tschechien sexuell missbraucht zu haben.

Der Pädagoge aus Bergisch Gladbach soll in diesem Jahr noch in einem Gymnasium im niederbayerischen Landkreis Regen unterrichtet haben. Der 62-Jährige wurde von den Ermittlern im Oktober in der Nähe von Deggendorf geschnappt, als er gerade aus Tschechien eingereist war. Der Lehrer, der nach Angaben des leitenden Oberstaatsanwalts trotz Berufsverbots stundenweise in Bayern gearbeitet hat, soll auf seinem Schloss in Klatovy tschechische Kinder sexuell missbraucht haben. Bei der Durchsuchung seines Wohnsitzes in Tschechien wurden zahlreiche Datenträger und Bilder sichergestellt.

Missbrauch im Wohnwagen

In der 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernten Kleinstadt Klatovy waren bereits im Mai der 60-Jährige und ein 47-jähriger Pensionär aus Rheinland-Pfalz auf frischer Tat von tschechischen Beamten festgenommen worden. Beide hatten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Deggendorf in einem Wohnwagen in Klatovy einquartiert, den sie gezielt als Ort zum Missbrauch von Kindern und Jugendlichen nutzten. Die Eltern der Mädchen und Jungen tolerierten den Umgang der Deutschen mit ihren Kindern laut Staatsanwalt offensichtlich und bekamen dafür eine finanzielle Entschädigung.

Den beiden Männern, die sich derzeit in einem böhmischen Gefängnis befinden, soll voraussichtlich im Januar vor dem Kreisgericht in Pilsen der Prozess gemacht werden. In einer groß angelegten Aktion wurde im Juli ein weiterer Tatverdächtiger in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Der 63-jährige Pädagoge aus Gelsenkirchen soll nach Polizeiangaben tschechische und deutsche Kinder missbraucht, kinderpornografische Schriften hergestellt und damit pädophile Männer im ganzen Bundesgebiet versorgt haben.

Parallel zu den Festnahmen der deutschen und tschechischen Behörden ermittelt die Polizei in Wien gegen einen fünften Tatverdächtigen. Bei dem 59-Jährigen seien ebenfalls eine Vielzahl von Datenträgern und Nacktfotos sichergestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (tso/ddp)

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