Kindesentführung : Mädchen in Obhut des Vaters

Der Vater der am Dienstag im thüringischen Sonneberg entführten Vierjährigen hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kontakt zu den deutschen Behörden aufgenommen. Das Mädchen sei in seiner Obhut, wo es auch hingehöre.

SonnebergDer Vater der am Dienstag im thüringischen Sonneberg entführten Vierjährigen hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kontakt zu den deutschen Behörden aufgenommen. Das Mädchen sei in seiner Obhut, wo es auch hingehöre, habe der Mann am Donnerstag aus Belgien in einem Fax an die Stadtverwaltung Sonneberg geschrieben, teilte die Staatsanwaltschaft in Meiningen mit.

Bereits am Vortag hatte ein Anwalt des Mannes mitgeteilt, dass es dem Mädchen gut gehe. Die Behörde geht in Anbetracht aller Umstände davon aus, dass das Kind "nicht in Gefahr ist", sagte Sprecher Thomas Wasmuth. Gemeinsam mit belgischen Behörden und Interpol werde versucht, den Fall weiter aufzuklären. Geprüft werde auch, inwieweit eine Straftat vorliegt. Ein Unbekannter hatte die Kleine am Dienstag vor dem Wohnhaus der Familie in ein Auto gezerrt und war mit ihr davongefahren.

Hintergrund ist ein Sorgerechtsstreit zwischen dem Belgier und seiner Ex-Frau, der von den Philippinen stammenden Kindesmutter. Der Belgier ist nach Angaben des Anwalts der Mutter nicht der leibliche Vater des Mädchen, gilt aber juristisch als Vater, weil das Kind in der gemeinsamen Ehe geboren wurde. Die Partner sind seit 2004 getrennt. Seit 2005 lebt die Frau mit einem neuen Lebenspartner in Sonneberg. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist unklar, wie das Sorgerecht geregelt wurde. (mit dpa)