Kindstötung : Mutter ertränkt Baby - neun Jahre Haft

Eine Mutter, die ihr Baby in der Badewanne ertränkt hat, ist zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Die Frau handelte nicht einmal im Affekt; die Tat war "überlegt und geplant".

TrierDie 27-jährige Frau aus dem Hunsrückort Morbach (Rheinland-Pfalz) hatte nach Überzeugung des Landgerichts Trier Anfang Februar ihren viereinhalb Monate alten Sohn in der heimischen Badewanne so lange unter Wasser gedrückt, bis er tot war. Anschließend hüllte sie den Leichnam in Decken und legte ihn auf der Wohnzimmer-Couch ab. Die zweifache Mutter hat die Tat gestanden, zum Motiv aber geschwiegen. Das Gericht ging davon aus, dass sie Eheprobleme zu der Tat getrieben haben.

Nach dem Konsum von Alkohol sei ihr Ehemann mehrfach aggressiv geworden und habe randaliert, sagte der Vorsitzende Richter Armin Hardt. Der Mann habe Möbel zerstört und sei verbal auf seine Frau losgegangen. Geschlagen habe der Schichtarbeiter sie aber nicht. Die 27-Jährige sei unglücklich in ihrer Ehe gewesen und habe erwägt, sich von ihrem Mann zu trennen. Auch der mehrfache Besuch bei einer "Wunderheilerin" habe keine Besserung gebracht. In dieser Phase habe sie sich entschlossen, den kleinen Christian umzubringen, um dann ein neues Leben zu beginnen. Die Tat habe die zweifache Mutter, die seit 2000 mit ihrem Mann in Morbach lebt, "überlegt und geplant" ausgeführt.

Bereits am Abend vor der Tat hatte die gelernte Malerin laut Gericht ihr Baby umbringen wollen. Sie legte ihm ein Kissen auf das Gesicht und steckte ihm einen Lappen in den Mund. "Sie wollte den plötzlichen Kindstod vortäuschen", sagte Hardt. Doch ihr neun Jahre alter Sohn bemerkte den Vorfall und befreite seinen Bruder. Am nächsten Tag schickte die Mutter den Neunjährigen in die Schule, obwohl er krank war. Mindestens zehn Minuten lang hielt sie dann das Baby unter Wasser und legte es danach auf der Couch ab. Erst eine halbe Stunde nach dem Tod des Kindes alarmierte sie den Rettungsdienst mit den Worten: "Mein Kind atmet schlecht." Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Kindes feststellen. (mit dpa)

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