Kirche beklaut : Dieb: Immer weniger Scheine im Opferstock

Er kann einfach die Finger nicht von den Opferstöcken lassen: Ein Dieb in Bayern hat 21 Kirchen um ihre Opfergaben gebracht. Der Augsburger stand bereits das siebente Mal vor Gericht und beklagte, es seien immer weniger Geldscheine in den Opferstöcken.

Augsburg Ein professioneller Opferstockaufbrecher muss nach einem Urteil des Schöffengerichts am Amtsgericht Augsburg für drei Jahre ins Gefängnis. Ohne lange zu taktieren gestand der Angeklagte die jüngste ihm zur Last gelegte Serie von Opferstock-Aufbrüchen quer durch Bayern. Der 51-Jährige gab sich gelassen. Die "Dienstreisen" hat der gelernte Gärtner penibel vermerkt. 21 Kircheneinbrüche unter anderem in Augsburg, Dießen, Neuburg, Pleinfeld, Monheim, Bad Wörishofen und Weißenburg im Zeitraum von Juni bis November 2007 werden ihm zur Last gelegt.

Der Augsburger stand bereits das siebte Mal wegen Kircheneinbrüchen vor Gericht. Mit der Bahn fuhr er auf seinen Diebeszügen meistens durchs Land. Das Gros der von ihm heimgesuchten Kirchen kannte er. Dort, wo das nicht der Fall war, orientierte er sich nach eigenen Angaben am Kirchturm. "Sie sollten lieber einen Kirchenführer schreiben, anstatt immer wieder in Kirchen einzubrechen", mahnte ihn der Richter. Er habe sich nun mal auf die Opferstöcke "spezialisiert", so der Angeklagte.

"Es werden immer weniger Scheine"

Eher beiläufig merkte er an, dass er sich längst nicht mehr auf bayerische Kirchen beschränkt habe, sondern auch in Tirol schon aktiv gewesen sei, dass er außerdem auch andere deutsche Bundesländer zielgerichtet bereist habe, bis Rüdesheim sei er schon gefahren.

Das Kleingeld lasse er bei den Aufbrüchen meist liegen, er beschränke sich auf Scheine, berichtete der Augsburger. Diese würden allerdings immer weniger, beklagte er sich vor Gericht. Sei er früher durchaus mal auf 100 Euro pro Opferstock gekommen, so seien es bei den vergangenen 21 Aufbrüchen jeweils gerade einmal zwischen zehn und vierzig Euro gewesen. (jg/ddp)

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