Kirche und Finanzen : Bischof Huber: "Geld nicht länger vergötzen"

Ob das im Kampf gegen die Finanzkrise hilft? Bischof Wolfgang Huber, fordert eine Rückbesinnung auf nicht-materielle Werte. Der "Tanz um das goldene Kalb" solle beendet werden.

Wolfgang Huber
Wolfgang Huber. Der Bischof fordert Abkehr vom übermäßigen Materialismus. -Foto: dpa

BerlinWir Menschen müssten viel klarer zwischen Gott und Geld unterscheiden, als das in den vergangenen Jahren der Fall gewesen sei, sagte Huber im Deutschlandradio Kultur. Der Boom in den Finanzmärkten sei nicht durch reale Werte gedeckt gewesen und habe sich im Nachhinein betrachtet "ganz deutlich als Tanz um das goldene Kalb" erwiesen. "Dass wir diesen Tanz nun wirklich hinter uns lassen und Geld nicht länger vergötzen, das ist für mich eine ganz wichtige Lehre des zu Ende gehenden Jahres", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland

Huber rief am Heiligabend dazu auf, trotz Konjunktur- und Finanzmarktkrise die weltweite Armut nicht zu vergessen: "Für Gerechtigkeit im eigenen Land einzutreten, das geht gar nicht, ohne dass man auch mit Menschen teilt, die von Armut in der ganzen Welt betroffen sind", sagte er.

Der Bischof von Berlin-Brandenburg würdigte in diesem Zusammenhang die Arbeit von "Brot für die Welt". Die Hilfsaktion der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. "Brot für die Welt" sei "eine große Einladung an alle, die Nächstenliebe über die eigenen Grenzen hinaus Gestalt gewinnen zu lassen", sagte Huber. (jg/dpa)

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