Klagen abgewiesen : Vioxx-Vertreiber müssen nicht bezahlen

Das Berliner Landgericht hat zwei Klagen gegen den deutschen Vertreiber des mittlerweile vom Markt genommenen Schmerzmittels Vioxx abgewiesen.

Berlin - In einem Fall verlangte die Klägerin nach Angaben eines Gerichtssprechers ein Schmerzensgeld von mindestens 80.000 Euro sowie die Feststellung, dass das beklagte Pharmaunternehmen ihr künftige materielle und immaterielle Schäden zu ersetzen habe. Nach Auffassung des Gerichts legte die Frau aber nicht ausreichend dar, dass das Medikament geeignet war, die bei ihr aufgetretene Erkrankung hervorzurufen (Az: 22 O 122/06).

Im einem zweiten Fall verlangte der Kläger von dem Unternehmen Auskunft über die dort bekannten Wirkungen sowie Neben- und Wechselwirkungen von Vioxx. Auch wollte er gerichtlich die Herausgabe von Informationen über vorliegende Verdachtsfälle zu schädlichen Wirkungen des Medikaments erwirken. Das Landgericht wies diesen Auskunftsanspruch zurück. Der Kläger habe nicht die notwendigen Tatsachen vorgetragen, die einen Schluss darauf zuließen, dass zwischen der Einnahme des Arzneimittels und der konkreten Gesundheitsschädigung ein Zusammenhang bestehe (Az.:22 O 75/06). Die Richter ließen eine Berufung am Kammergericht zu.

In den USA hatten Vioxx-Geschädigte in erster Instanz zum Teil mehrere Millionen Dollar Schmerzensgeld zugesprochen bekommen. In Deutschland reichten im Oktober mehrere hundert Patienten Klagen gegen das Pharmaunternehmen MSD Sharp & Dohme ein. MSD ist die deutsche Tochtergesellschaft des amerikanischen Pharmariesen Merck. Der Mutterkonzern hatte das Mittel im September 2004 zurückgezogen, weil es offenbar das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen kann. Damals wurde es noch von rund 20 Millionen Menschen weltweit eingenommen. (tso/ddp)

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