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Klatsch, Klatsch, Klatsch : Charlene und Albert sind verheiratet

Fürst Albert II. von Monaco und die Südafrikanerin Charlene Wittstock haben sich am Freitag das Ja-Wort gegeben. Beobachtet von Madame A. Dabei serviert sie Kaviar - und Gerüchte.

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Sie haben's getan - gleich zwei mal hintereinander: Zuerst gaben sich Charlene Wittstock und Albert II am Freitag standesamtlich das Jawort. Am Samstag folgte dann die kirchliche Trauung.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
01.07.2011 17:32Sie haben's getan - gleich zwei mal hintereinander: Zuerst gaben sich Charlene Wittstock und Albert II am Freitag standesamtlich...

Putzig ist Monaco in diesen Tagen; frisch gestrichen die Altbauten, frisch poliert die Glasfronten der Hochhäuser. Fähnchen und Flaggen schmücken Fenster und Schaufenster, hängen von Balkonen und Terrassen herab. Die rot-weißen des Zwergstaates an der Côte d’Azur, dem Fürst Albert II., der 53-jährige Bräutigam, seit 2005 als Souverän vorsteht. Hier und da eine in Rot-Grün-Schwarz-Blau-Weiß, den Landesfarben der Braut Charlene Wittstock, 33, aus Südafrika, die offiziell Princesse Charlene, eingedeutscht Fürstin Charlene, heißen und mit HSH, Her Serene Highness, Durchlaucht, angesprochen werden wird.

Madame A. ist Residentin von Monaco, eine vom alten Schlag. Sie hat ein riesiges Sternenbanner über die marmorne Brüstung ihrer Terrasse gehängt, in memoriam der 1982 so tragisch ums Leben gekommenen letzten Fürstin Grazia Patricia, der Mutter Alberts, die als amerikanische Staatsbürgerin und Oscar-Preisträgerin Grace Kelly 1956 die Herzen der Monegassen eroberte und noch heute wie eine Heilige verehrt wird. Eine merkwürdige Ruhe liegt auf dem Staat: Alle Baustellen stehen still. Das hatte es zum letzten Mal am Tag der Beerdigung Grazia Patricias gegeben.

Madame A. leidet in diesen Tagen an der in Monaco weit verbreiteten Krankheit, der Nostalgie. Nichts ist mehr wie es war, damals, als sie Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts frisch verwitwet nach Monte Carlo übersiedelte. Ihr viel älterer Mann, ein armenischer Geldjongleur, hatte ihr neben einem beträchtlichen Bar- und Aktienvermögen, einem betagten Butler, einem nagelneuen champagnerfarbenen Rolls Royce Corniche und der Fayencen-Sammlung seiner Mutter, ein fabelhaftes Apartment hinterlassen, dessen Krönung eine Dachterrasse mit unverbaubarem 360-Grad-Blick ist.

Madame hatte ihr Paradies gefunden, und sie hat es seither nur selten verlassen. Wie neulich, als sie nach Austin/Texas flog, um sich eine neue Hüfte einsetzen zu lassen.

Französisch spricht sie mit leichtem Akzent, morgens hört sich das russisch an. Nach Mittag, wenn sie ein, zwei, drei Gläschen ihres geliebten Roederer Crystal Champagners zu viel geschlürft hat, klingt es eher südamerikanisch. Abends, wenn sie mit Wodka spült, kommt schon mal der Wedding durch. Madame hat neunzehnhundertund in Berlin das Licht der Welt erblickt. Das Leben hat sie als junge Frau mit tänzerischer Begabung, umwerfendem Mutterwitz, einem exzellenten Geschmack und einem Helfersyndrom nach Paris, Moskau und Buenos Aires verschlagen, wo sie ihren Mann kennenlernte, von dem sie selbst nur als „mon dieu“, mein Gott, spricht.

Die Hüftmalaise nahm sie nun zum willkommenen Anlass, lange bevor die Einladungen zur fürstlichen Hochzeit überhaupt verschickt worden waren, dieselbe abzusagen, rein prophylaktisch. Mit etwas schnörkeligen Formulierungen und ebensolchen Buchstaben hatte sie auf ihren blassblauen Briefkarten mit dem Familienwappen ihres Verblichenen in blutrotem Relief, handschriftlich dem zukünftigen Paar Glück und Segen gewünscht und ihr Bedauern geäußert, dass sie nicht persönlich werde kommen können: die Hüfte!

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