Welt : Klein, aber kreativ - Sie haben die schönsten Pavillons

Sandra Trauner

Auf der Weltausstellung in Sevilla 1992 waren die Entwicklungsländer in einem Hochhaus zusammengepfercht. In Lissabon 1998 entgleiste vielen der Expo-Auftritt zur Tourismuswerbung. So richtig beteiligt waren die armen Länder so gut wie nie, wenn es darum ging, "die Welt" auszustellen. Das soll von Juni an in Hannover anders werden: Die Dritte Welt will und soll gehört und gesehen werden. Die wenig entwickelten Nationen stellen mehr als die Hälfte der 180 Teilnehmer - mehr als jemals zuvor. Manche Länder vom Katzentisch der Erde könnten dabei den Industrienationen durchaus die Schau stehlen. "Je kleiner die Nation, desto kreativer der Pavillon", urteilt ein Journalist, der die Entstehung der Expo seit Jahren begleitet. Während sich die reichen USA - wenn sie nicht doch noch absagen - in einer geliehenen Allzweckhalle der Weltöffentlichkeit vorstellen, bauen Länder wie Nepal, Bhutan oder Äthiopien riesige 2000-Quadratmeter-Pavillons aufs Gelände. Mit Hilfe deutscher Fördergelder soll auch den armen Nationen ein Diskussionsforum geboten werden.

Seit vier Jahren schnitzen 800 nepalesische Familien an den zahllosen filigranen Säulen und Balken ihres Doppel-Tempels, der aus einem runden buddhistischen und einem quadratischen hinduistischen Baukörper besteht. "Wir wollen zeigen, wer wir sind und was wir können", sagt Amrit Shakyja, Expo-Generalsekretär von Nepal. "Wir wollen der Welt zeigen: Nepalesen sind nicht die, die den Treckern die Rucksäcke auf den Berg schleppen."

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