Welt : Kleinere Babys durch Pestizide

Untersuchung in New York – auch Deutschland überprüft Genehmigung der verbreiteten Gifte

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New York (dpa). In zwei ärmeren Stadtvierteln von New York ist erstmals der Zusammenhang zwischen zwei weit verbreiteten Pestiziden und der Größe von Neugeborenen nachgewiesen worden. Die Studie der Columbia Universität deckte auf, dass junge Mütter mit dem höchsten Blutanteil der Pestizide leichtere und kleinere Babys bekamen als andere Frauen, bei denen keine Spuren der Umweltgifte in Blut oder Nabelschnur zu finden waren.

Die Differenz betrug etwa ein halbes Pfund sowie knapp einen Zentimeter. Seit die beiden Substanzen Chlorpyrifos und Diazinon für die Benutzung in geschlossenen Räumen verboten sind, gibt es nun wieder normal große Babys, berichtet das Team um Robin Whyatt in der Fachzeitschritt „Environmental Health Perspectives“ vom Dienstag. In Europa werden die beiden Stoffe nach Auskunft des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung derzeit darauf geprüft, ob sie weiter als Insektengifte für Innenräume verwendet werden dürfen.

Das New Yorker Untersuchungsergebnis ist Teil einer Langzeitstudie, die sich mit den Auswirkungen verschiedenster Umweltgifte bei Mutter und Kind befasst und sich auf die Stadtteile Harlem und Washington Heights konzentriert.

Die Leiterin des Gesamtprojektes, Frederica Perera, hält das Resultat vor allem deshalb für wichtig, weil das Geburtsgewicht recht genaue Prognosen für die weitere körperliche und geistige Entwicklung sowie die Gesundheit des Kindes zulasse. Chlorpyrifos und Diazinon wurden 2001 und 2002 in den USA für die Nutzung in Häusern verboten. Davor waren sie in Dutzenden Produkten gegen Kakerlaken, Ameisen und anderes Ungeziefer verkauft und von Kammerjägern versprüht worden. In der Landwirtschaft dagegen kommen Chlorpyrifos und Diazinon mit Erlaubnis der US-Umweltschutzbehörde EPA weiterhin zum Einsatz.

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