Klima : Brasilien gründet Fonds für den Regenwald

Brasilien hat zur Rettung seines bedrohten Regenwaldes im Amazonas-Gebiet einen Fonds eingerichtet. Mit den Milliarden sollen Projekte zur Wiederaufforstung und zur nachhaltigen Entwicklung der Region finanziert werden.

Rio de JaneiroPräsident Luiz Inacio Lula da Silva unterzeichnete am Freitag in Rio de Janeiro ein Dekret zur Gründung des Amazonas-Fonds, der bis zum Jahr 2021 mit bis zu 21 Milliarden Dollar an Geldern aus dem In- und Ausland bestückt werden soll. Als erster Geber will Norwegen im September 100 Millionen Dollar in den Fonds einzahlen, wie Umweltchef Eduardo de Mello von der Nationalen Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (BNDES) mitteilte.

"Brasilien übernimmt seine vollständige Verantwortung für seine Pflicht, Amazonien zu retten", sagte Lula. Zugleich forderte er, Brasilien müsse seine Umwelt als Trumpf bei internationalen Verhandlungen einsetzen. "Heute versteht jeder, dass in den internationalen Diskussionen unsere Postkarte Amazonien Gewicht hat. Sie zu zerstören, widerspräche unseren Interessen." Lula kritisierte "die reichen Staaten, die reden, als seien sie die Besitzer des Amazonasgebiets". Brasilien müsse seine territoriale Souveränität wahrnehmen, verlangte der Präsident.

Laut Mello erhalten die Geberstaaten keine Gegenleistung wie etwa Steuerbefreiungen oder Luftverschmutzungsrechte im Rahmen eines CO2-Emissionshandels. Die Zahlungen seien freiwillig, und die Geber könnten keinen Einfluss auf die Nutzung der Gelder nehmen. Neben Norwegen hätten bereits andere Staaten sowie auch Banken und Unternehmen Interesse angezeigt, in den Fonds einzuzahlen. Bis zu 20 Prozent des Amazonas-Fonds können in Umwelt-Projekte in anderen Gebieten Brasiliens oder anderen tropischen Ländern fließen. (kj/AFP)

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