Klima : Menschheit war fast ausgestorben

Wegen extremer Klimabedingungen war die Menschheit laut einer neuen Studie vor rund 70.000 Jahren vom Aussterben bedroht. Damals habe es nur noch rund 2000 Menschen gegeben.

WashingtonDie wenigen verbliebenen Menschen lebten in isolierten, winzigen Gruppen, heißt es in einer Studie der US-Zeitschrift "American Journal of Human Genetics". Die Forscher untersuchten erstmals die Entwicklung des Menschen von der "Mitochondrialen Eva", einer vor 200.000 Jahren lebenden Frau, aus deren DNA die der heutigen Menschen hervorgegangen sein soll, bis zum Zeitpunkt der ersten Auswanderungen aus dem afrikanischen Kontinent.

Ostafrika litt demnach vor 135.000 bis 90.000 Jahren unter extremen Trockenperioden. Das extreme Klima habe zur Aufteilung der Menschen in kleine, voneinander isoliert lebende Gruppen geführt, erklärten Doron Behar, Wissenschaftlerin am israelischen Ärztezentrum Rambam, und Saharon Rosset vom IBM-Wissenschaftszentrum in New York, die beiden Hauptautoren der Studie. Dadurch sei in der Folgezeit die Zahl der Menschen "fast bis zu ihrer Auslöschung" gesunken. Erst vor rund 40.000 Jahren schlossen sich danach die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent zusammen und wurden Teil einer integrierten panafrikanischen Bevölkerung, die von da aus in alle Winkel der Erde loszog.

"Die Studie demonstriert die Kraft der Genetik, Schlüsselereignisse der menschlichen Geschichte zu offenbaren", sagte Spencer Wells von der National Geographic Society, die die Untersuchung mitfinanzierte. "Ein wahres Heldendrama, das da in unserer DNA geschrieben steht", sagte Wells mit Blick auf die zunächst vom Aussterben bedrohte Menschheit, die schließlich die ganze Welt bevölkerte. Heute leben auf der Erde rund 6,6 Milliarden Menschen. (feh/AFP)

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