Klimaanlagen im Auto : 20 Prozent Tankaufschlag
19.07.2012 12:21 UhrDass Klimaanalagen im Auto reichlich Strom ziehen, so Batterie und Lichtmaschine belasten und letztendlich dadurch Sprit kosten, ist schon länger klar. Dennoch hat sich die Temperierung des Innenraums mittlerweile fast als Standardausstattung in Neuwagen etabliert. Wie viel Sprit die Klimaanlage im Auto allerdings wirklich kostet, ist oft unklar. Der ADAC hat in einem Test nun die Tankaufschläge errechnet. Mit erschreckenden Ergebnissen.
Im Normalfall sind es fünf bis sechs Prozent, die eine Klimaanlage zusätzlich an Kraftstoff kostet.
Das gilt allerdings nur für moderne, vollautomatische Anlagen mit geregeltem Kompressor. Und sie müssen auch im Automatik-Modus laufen. Wer selbst bei Gebläse und Verteilung reinregelt, zahlt drauf. Bei halbautomatischen Klimaanlagen, wo das Gebläse in der Regel selbst eingestellt werden muss, ist der Aufschlag leicht höher. Überdurchschnittlich viel verbrauchen hingegen rein manuelle Klimaanlagen im Stadtverkehr und ganz besonders im Leerlauf.
Kühler Kopf in der Stadt kostet
Überhaupt sind die Unterschiede zwischen Stadtverkehr und Landstraßen oder Autobahnen sehr hoch. Während der Auto-Club bei der Fahrt außerorts nur einen Mehr-Konsum von sechs Prozent gemessen hat (bei einer Konstantfahrt mit 100 km/h im Schnitt), sind es in der Stadt bis zu 20 Prozent. Das bedeutet 0,3 Liter durchschnittlich bei der Überlandfahrt und in der Stadt werden da schnell 0,54 Liter pro 100 Kilometer daraus. Umgerechnet auf ein Fahrzeug mit einer Reichweite von 600 Kilometer kommen da pro Tankfüllung schnell zwischen vier und fünf Euro pro Tankfüllung zusammen. Am höchsten ist der Aufschlag im Leerlauf. Dort kann er bis zu 70 Prozent (0,3 Liter pro Stunde) betragen. Zum Beispiel im Stau ist die Klimaanlage das Nebenaggregat im Auto mit der größten Leistungsaufnahme.
Grundsätzlich hat die Technik den Konsum der Klimaanlagen im Auto in den letzten Jahren gesenkt. Die geregelten Klimakompressoren, die mittlerweile nur noch benutzt werden, haben den Kraftstoffkonsum deutlich reduziert. Dennoch gibt es den kühlen Innenraum im Sommer nicht umsonst.
Mit ein paar Tricks lässt sich der Aufpreis allerdings in Grenzen halten. So sollte die eingestellte Temperatur zwischen 21 und 23 Grad liegen. Wer sein Auto auf frostige 18 Grad kühlt, wird an der Tankstelle ordentlich zur Kasse gebeten. Wenn die Sonne richtig knallt empfiehlt es sich vor Fahrtbeginn das Fahrzeug erst mal mit offenen Fenstern zu lüften. Auch eine Wärmeschutzverglasung verringert das Aufheizen des Fahrzeuginnern deutlich. Die Außenfarbe hingegen macht sich bei der Temperatur im Innenraum nur mit einem Unterschied von ein bis zwei Grad bemerkbar.
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