Klimawandel : Ist der Nordpol bald eisfrei?

In diesem Sommer könnte der Nordpol zum ersten Mal seit Menschengedenken abschmelzen. Der unerwartet starke Rückgang des Eises in den vergangenen Jahren führen Wissenschaftler auf die Klimaerwärmung zurück.

Eisschmelze
Das ewige Eis schmilzt weiter. -Foto: dpa

New YorkDer Nordpol könnte nach Einschätzung eines US-Wissenschaftlers in diesem Sommer erstmals seit Menschengedenken eisfrei werden. Mark Serreze vom amerikanischen Schnee- und Eisdatenzentrum in Boulder (Colorado) sagte am Freitag im US-Nachrichtensender CNN: Nach der ungewöhnlich großen Eisschmelze im vergangenen Jahr gebe es dieses Jahr besonders viel "einjähriges Eis" in der Arktis; dieses sei dünner als das "ewige" Eis und taue deshalb auch leichter. "Ich würde sagen, es steht fünfzig zu fünfzig, dass der Nordpol abschmilzt."

Das bedeutet allerdings nicht ein Verschwinden des gesamten arktischen Eises, erläuterte der Experte im Internetdienst LiveScience. Durch besondere Umstände könne sich lediglich am nördlichsten Punkt der Erde eine Lücke in den Eismassen bilden. Andere Wissenschaftler halten das jedoch für weniger wahrscheinlich als Serreze, wie US-Medien berichten.

Im vergangenen Jahr war die Eisfläche des Arktischen Ozeans so stark zurückgegangen wie noch nie. Erstmals war im Spätsommer die so genannte Nordwest-Passage vom Atlantik zum Pazifik vorübergehend eisfrei und für Schiffe befahrbar. Die durch den kalten Winter neu gebildete arktische Eisschicht ("einjähriges Eis) ist Serreze zufolge sehr viel empfindlicher als das in Jahrzehnten und Jahrhunderten entstandene Dauereis ("ewiges" Eis). Es werde von den Wetter- und Wasserbedingungen der kommenden Wochen abhängen, wie stark die Meereseisfläche erneut schmelze, sagte Serreze.

Der Nordpol liegt nicht auf dem Festland, sondern inmitten des bisher ganzjährig zugefrorenen Polarmeeres. Seit etwa einem halben Jahrhundert beobachten Wissenschaftler eine Abnahme des arktischen Meereseises. Der unerwartet große Rückgang in den vergangenen Jahren wird auf die allgemeine Klimaerwärmung zurückgeführt. (jg/dpa)

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