Klimawandel : Sommer am Mittelmeer – bald unerträglich heiß

Vor immer mehr gefährlich warmen Tagen am Mittelmeer warnen Forscher in einer Studie zum Klimawandel.

Mittelmeer
Strand von La Grande-Motte bei Montpellier. -Foto: dpa

Chicago - Vor immer mehr gefährlich warmen Tagen am Mittelmeer warnen Forscher der Loyola Marymount University im US-Bundesstaat Kalifornien in einer Studie zum Klimawandel.

Demnach könnten die derzeit heißesten Sommertemperaturen im Mittelmeerraum bis zum Ende dieses Jahrhunderts die niedrigsten eines jeden Sommers sein, warnt Jeremy Pal, der mit anderen Wissenschaftlern für die Studie mit Modellrechnungen Temperaturanstiege für einzelne Städte und Regionen ermittelt hat. Die Tageshöchstwerte werden demnach rund ums Mittelmeer bis 2100 zwischen vier und sieben Grad steigen. Die Zahl der Tage mit gefährlich heißen Tage wird der Untersuchung zufolge im Mittelmeerraum zwischen 200 und 500 Prozent ansteigen.

Frankreich werde mit einem noch höheren Anstieg von 8,5 Grad im Durchschnitt am meisten unter dem Klimawandel leiden, hieß es in der Studie. Die Zahl der unerträglich heißen Tage pro Sommer werde in der im Norden Frankreichs gelegenen Metropole Paris um 49 ansteigen, in Athen und der ostspanischen Küstenstadt Valencia um jeweils 48 und im israelischen Tel Aviv sogar um 55.

Für die Küsten von Portugal, Spanien, Süditalien und einen Großteil des östlichen und südlichen Mittelmeergebiets liegt der Schnitt bei „nur“ 40 zusätzlichen gefährlich heißen Tagen. Der Klimawandel wird sich laut Studie unterschiedlich stark auswirken: In feuchten Küstengegenden müsse mit schwerwiegenderen Folgen gerechnet werden als im Binnenland und in höher gelegenen Regionen wie den Alpen.

Eine deutliche Verringerung der Produktion klimaschädlicher Treibhausgase kann den vorhergesagten Temperaturanstieg laut Studie zwar noch verringern, aber nicht mehr verhindern. Der Mittelmeerraum sei besonders anfällig für einen Klimawandel und wird daher stärker unter Hitze und Trockenheit leiden als andere Weltregionen.

Dadurch würden Menschen, Landwirtschaft und wirtschaftliche Stabilität gefährdet, warnten die Autoren. In Frankreich waren 2003 bei einer Hitzewelle rund 15 000 Menschen ums Leben gekommen. AFP

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