Welt : Klonforscher Hwang gibt Manipulation zu

Geklonte Stammzelllinien waren gefälscht

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Geklonte Stammzelllinien waren gefälscht

Seoul - Nach dem Skandal um gefälschte Stammzellen steht der südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk vor dem abrupten Ende seiner wissenschaftlichen Karriere. Einem vorläufigen Untersuchungsbericht der Nationaluniversität in Seoul zufolge hat er seine Arbeit absichtlich manipuliert. Hwang legte am Freitag sein Amt als Professor nieder und sagte: „Ich entschuldige mich sehr dafür, unsere Kollegen so tief enttäuscht zu haben.“

Dem Bericht zu Folge sind neun von elf Stammzellkulturen, über die Hwang im US- Fachjournal „Science“ berichtete, vorsätzliche Fälschungen. Hwang und sein Team hatten erklärt, insgesamt elf Stammzelllinien aus geklonten menschlichen Zellen von verschiedenen Patienten gewonnen zu haben. Damit habe er erstmals maßgeschneiderte embryonale Stammzellen geschaffen, die als große Hoffnung der Medizin gelten, weil sie eines Tages zerschlissenes Gewebe ersetzen sollen.

Der Skandal wirft auch Fragen nach der Sorgfalt auf, mit der das Fachjournal „Science“ Hwangs als bahnbrechend eingestufte Veröffentlichungen prüfte. Schon zuvor war Hwang kritisiert worden, weil er Eizellen von eigenen Mitarbeiterinnen verwendet hatte. dpa

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