Köln : Islamistischer Hintergrund: Jugendliche bedrohen Polizisten

Sie locken zwei Polizisten in einen Hinterhalt und bedrohen sie mit Waffen. Dabei betonen die drei Jugendlichen immer wieder den islamistischen Terror. Jetzt wurden die jungen Männer festgenommen. Der Staatsschutz ermittelt.

Sabine Meuter,Markus Peters[ddp]

Köln/DortmundDie Schüsse auf zwei Kölner Polizeibeamte haben möglicherweise einen islamistischen Hintergrund. Wie aus Ermittlerkreisen bekannt wurde, gab einer der drei jugendlichen Tatverdächtigen an, durch islamistische Hassvideos im Internet zu der Tat animiert worden zu sein. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft wollte diese Angaben am Freitag auf ddp-Anfrage nicht bestätigen. Die Ermittlungen wurden inzwischen der Staatsschutzabteilung der Kölner Staatsanwaltschaft übertragen.

Die Bundesanwaltschaft prüft, ob sie die Ermittlungen an sich zieht. Ein Ergebnis sei Anfang nächster Woche zu erwarten, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Frank Wallenta.

"Wir holen den Heiligen Krieg nach Köln"

Der Kölner "Express" berichtet in seiner Online-Ausgabe, dass die drei männlichen Jugendlichen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren türkischer Herkunft seien. Nach Informationen des Blattes soll einer der Jugendlichen im Verhör gesagt haben: "Wir wollten den Heiligen Krieg nach Köln holen." Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte der Zeitung, es werde wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt.

Ein Anrufer, der sich "Jusuf Ahmed" nannte, hatte am späten Dienstagabend über Notruf eine Streifenwagenbesatzung in den Stadtteil Rondorf bestellt, weil dort ein Jugendlicher hilflos und weinend auf der Straße liegen sollte. Bei Ankunft der Beamten lag tatsächlich ein Mann auf der Straße, der allerdings aufsprang, als die beiden Polizisten ihr Fahrzeug verließen.

Gleichzeitig kamen zwei weitere maskierte Personen aus dem angrenzenden Waldstück und bedrohten die Polizisten mit Schusswaffen. Die Beamten forderten die Täter auf, ihre Waffen niederzulegen. Als dies nicht geschah, gab die Streifenwagenbesatzung zwei Warnschüsse ab. Daraufhin flohen die Unbekannten, wobei sie allerdings mehrere Schüsse auf die Polizisten abgaben.

Erst entwaffnen, dann töten

Am Tatort fanden die Ermittler zunächst eine Waffe, die einer Pumpgun ähnelt. In der Umgebung wurden vier weitere Waffen, eine kugelsichere Weste sowie mehrere nicht mehr funktionstüchtige Übungshandgranaten gefunden. Bei allen Schusswaffen handelt es sich den Angaben zufolge um Schreckschusswaffen.

Medienberichten zufolge gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass die Täter die Polizeibeamten entwaffnen und anschließend töten wollten. Gegen die drei Tatverdächtigen war am Donnerstagabend Haftbefehl erlassen worden.

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