Welt : König der Spießer Gerhard Polt wird 65 –

und sein Kabarett gefeiert

-

Berlin - Muss es für Satire Grenzen geben? Aber natürlich. Da, wo sie langweilig wird oder schlecht. Diese Grenze zog einmal der bayerische Kabarettist Gerhard Polt, der sie freilich nie zu spüren bekam. Seit Wochen zieht er wieder mit seinem Soloprogramm durch das Land, und überall sind die Säle ausverkauft. Als grantelnder Spießer und Berufsbayer kamen die Menschen bei ihm noch nie gut weg, und genau das bringt die Menschen bis heute zum Lachen. Auch die Bayern. Heute ist Polts 65. Geburtstag, und seine Popularität erlebt nach den zahlreichen Fernsehreihen und Kinofilmen – „Kehraus“, „Man spricht deutsh“ oder zuletzt „Germanicus“ – einen neuen Höhepunkt. Manchmal ist es nur sein Gesichtsausdruck, eine Bewegung, ein menschliches Geräusch, das das Publikum erheitert, bei ihm ist der Grundgestus fast noch wichtiger als die eigentliche Pointe. Seine Respektlosigkeit hat er sich nach seinen eigenen Angaben aus seiner Jugend geholt, als der Lausbub Rollmöpse in der Bank versteckte oder dem Nikolaus den Bart anzündete. Um Autoritäten und Rituale zu entlarven, musste er später nur noch die Seite wechseln und den Gegner selber verkörpern. So was macht Spaß. os

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben