Welt : Kollision in Italien – mindestens 13 Tote

Zwischen Bologna und Verona ist ein Personen- auf einen Güterzug geprallt. Die Strecke hat nur ein Gleis

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Von Paul Kreiner Bologna Bei einem frontalen Zusammenstoß zweier Züge sind am Freitag im Norden von Bologna nach Schätzungen mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen; zahlreiche weitere Reisende wurden verletzt. Das Unglück geschah auf einer Hauptstrecke der italienischen Staatsbahnen, auf der auch – in der Verlängerung über Verona und den Brennerpass – die meisten Züge von und nach Deutschland verkehren. Demgemäß sollen sich auch Touristen in dem verunglückten Interregio befunden haben; Opfer aus Deutschland und Österreich waren am frühen Freitagabend allerdings noch nicht gemeldet. Zur Kollision zwischen dem Personen- und dem Güterzug war es gegen 13 Uhr auf einem eingleisigen Streckenabschnitt in sehr dichtem Nebel gekommen. Die Folgen waren umso schwerer, weil der Güterzug mit Stahlträgern beladen war. Diese schlitzten die ersten beiden Waggons des Interregio regelrecht auf. Die Wagen verkeilten sich derart ineinander, dass die Rettungsmannschaften Stunden brauchten, um die eingeschlossenen Personen zu bergen.

Die schmalen landwirtschaftlichen Straßen, die als einzige in die Nähe der Unglücksstelle führen, das nasse Ackerland an den Seiten der Bahntrasse und der gleichbleibend dichte Nebel erschwerten den Rettungswagen die Zufahrt und machten den Einsatz von Kränen so gut wie unmöglich. Zu den Gründen der Kollision gab es am Freitag nur Vermutungen. Ersten Äußerungen der Ermittler zufolge hat der Führer des nach Bologna fahrenden Personenzugs vor dem eingleisigen Streckenabschnitt offenbar ein Haltesignal übersehen.

Die Katastrophe löste heftige Vorwürfe gegen die staatliche Eisenbahn aus. So sprach Filippo Boriani, ein Regionalpolitiker der Grünen aus Bologna, von einem „angekündigten Unglück“: „Seit allzu vielen Jahren schon erwarten wir den zweigleisigen Ausbau dieser Strecke, wie er unüberhörbar von allen Pendler- und Umweltorganisationen sowie von den Anrainergemeinden gefordert wird. Es ist grotesk, dass man mit Volldampf das Hochgeschwindigkeitsnetz verstärkt und den Ausbau, die Wartung und die Sicherheit anderer Strecken vernachlässigt.“

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