Kollision mit Müllwagen : Mühsame Bergung nach dem ICE-Unfall

Die Kollision eines ICE mit einem Müllwagen verursachte erheblichen Schaden – die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Philip Frank
Seite aufgeschlitzt. Der verunglückte ICE.
Seite aufgeschlitzt. Der verunglückte ICE.Foto: dpa

Auch 30 Stunden nach der Kollision des ICE 9556 mit einem Müllwagen waren die Bergungsarbeiten am Mittwochnachmittag noch nicht abgeschlossen. Bei der Rekonstruktion des Unglücks mit 14 Leicht- und einem Schwerverletzten wurde am Mittwoch die Staatsanwaltschaft Frankenthal eingeschaltet. Sie will klären, ob ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorliegt und sich der Fahrer des Müllwagens vor Gericht verantworten muss.

Der Unfall hatte sich am Dienstag auf der Strecke Frankfurt am Main – Paris am Pfälzer Wald ereignet. Nach ersten Erkenntnissen musste der Fahrer des Müllwagens um etwa zehn Uhr auf der erhöhten Straße neben der Bahnstrecke einem entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen. Dabei geriet er mit seinem Transporter auf die unbefestigte Böschung und rutschte nach unten auf das Gleis. „Es war ein unglücklicher Zufall, dass im nächsten Moment der ICE kam“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Trotz eingeleiteter Notbremsung bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h konnte der Zug mit den 320 Passagieren nicht mehr rechtzeitig anhalten und kollidierte mit dem Müllwagen. Der Fahrer konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Triebwagen und der dahinterhängende Waggon sprangen aus den Gleisen, kippten aber nicht um. Der Fahrer des Transporters kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Was die Ermittler irritiert: Schon 1989 fiel an derselben Stelle ein Fahrzeug neben die Gleise.

Der Triebwagen wurde mittlerweile wieder auf die Gleise gehoben, die Bergungsarbeiten am Waggon dauerten am Mittwoch noch an. Es sei nicht absehbar, wann die Arbeiten abgeschlossen sind, sagte der Bahnsprecher. Da sich der Unfall an einem Gleisbogen ereignete, sei es schwierig, den Waggon wieder auf das Gleis zu setzen. Der Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz, Nikolas Lauterbach, erklärte, dass die Ketten des Bergungskrans den Waggon noch weiter beschädigen könnten. Daher suche man nach Alternativen. Der Streckenabschnitt zwischen Neustadt an der Weinstraße und Weidenthal wurde für den Zugverkehr gesperrt.

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