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Kolumbien : 21 Tote bei Bergwerksunglück befürchtet

Bei einer Methangasexplosion in einem Kohlebergwerk in Nordkolumbien sind vermutlich 21 Bergleute ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben starben bis Mittwochabend 14 Kumpel, sechs Bergleute überlebten schwerverletzt, und sieben waren noch verschüttet.

Chile entsandte eine Rettungsbrigade zum Bergwerk La Preciosa bei Sardinata an der Grenze zu Venezuela. Die Rettungshelfer bargen zehn Tote, ein weiterer Mann erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Das kolumbianische Institut für Geologie und Minen (INGEOMINAS) räumte den noch verschütteten Bergleuten keine Überlebenschancen ein. "Aufgrund des Ausmaßes des Unglücks ist es unmöglich, dass sie überlebt haben", sagte ein Sprecher.

Laut dem Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde Sardinata, Alvaro Silva, ereignete sich die Schlagwetterexplosion während des Schichtwechsels am frühen Mittwochmorgen. Deshalb sei lange unklar gewesen, wie viele Bergarbeiter genau verschüttet wurden. Die chilenische Regierung schickte ein aus vier Spezialisten bestehendes Rettungsteam zur Unterstützung der Bergungsarbeiten nach Kolumbien. Drei der Experten hatten im vergangenen Oktober an der in aller Welt verfolgten spektakulären Rettung der 33 Bergleute teilgenommen, die 70 Tage lang in einem Bergwerk in Nordchile verschüttet waren.

Der Minister für Bergbau und Energie, Carlos Rodado, ordnete die vorläufige Schließung der Unglücksmine an. Ermittlungen sollen Aufschluss darüber geben, ob möglicherweise Sicherheitsauflagen verletzt wurden. Die Bergwerksfirma erklärte über ihren Rechtsvertreter, sämtliche Sicherheitsbestimmungen befolgt zu haben. In der Mine La Preciosa waren vor vier Jahren bei einem ähnlichen Unglück schon einmal 31 Bergarbeiter ums Leben gekommen.

In einem anderen zu Sardinata gehörenden Bergwerk waren erst im Oktober vergangenen Jahres sechs Bergleute bei einer Methangasexplosion getötet worden. Insgesamt starben im vergangenen Jahr in Kolumbien nach amtlichen Angaben mehr als 170 Kumpel bei ihrer Arbeit. Das südamerikanische Land ist der fünftgrößte Kohleförderer der Welt nach Indonesien, Australien, Russland und Südafrika. (AFP)

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