Kolumbien : Sexstreik gegen Kriminalität

Mit einem Sexstreik wollen Frauen im kolumbianischen Pereira die Kriminalität in ihrer Stadt verringern.

Bogotá - "Auf diese Weise wollen wir unsere Männer davon überzeugen, dass wir keine Witwen sein wollen und unsere Kinder einen Vater brauchen", sagte die 18-jährige Ruth Macías, Mutter zweier Kinder. Auf einer vom Rat der Stadt im Westen Kolumbiens einberufenen Sitzung verpflichtete sie sich zusammen mit weiteren hundert Ehefrauen und Freundinnen von Mitgliedern gewalttätiger Banden keinen Sex mehr mit ihnen zu haben, solange sie nicht der Gewalt abschwören.

Der für Sicherheit in Pereira zuständige Beamte Julio César Gómez sagte, es habe einige Zeit gedauert, die größtenteils zwischen 15 und 18 Jahre alten Frauen dazu zu bringen, ihre Partner auch ohne Waffen und paramilitärische Outfits sexy zu finden. Amtlichen Zahlen zufolge sind 90 Prozent der Toten in Pereira Opfer von Schießereien. 84 Prozent der Todesopfer sind Mitglieder von Straßengangs im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt 488 Morde registriert, das entspricht einer Rate von 97 auf 100.000 Einwohner, das Doppelte des nationalen Durchschnitts. (tso/AFP)

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