Welt : Kontrolle ist besser

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Die graue Kurve auf dem PCBildschirm klettert steil nach oben. Sie steht für das Kohlendioxid (CO2), das Firmen und Haushalte weltweit in die Luft blasen. Welche Folgen das haben kann, zeigen Fotos, die danach über den Schirm flimmern: Dürre, Überschwemmungen, Wirbelstürme. „Dagegen muss man etwas tun, damit junge Leute eine Zukunft haben“, sagt Werner Schulz, Professor für Umweltmanagement der Universität Hohenheim in Stuttgart. Mit Mitarbeitern hat er einen CO2-Rechner entwickelt, der im Internet seit Mittwoch

kostenlos zur Verfügung steht. Damit können Verbraucher und Firmen berechnen, wie viel CO2 sie im Jahr produzieren und wie teuer dies für sie werden könnte. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Seit Mittwoch ist das

Kyoto-Protokoll zur Minderung von Treibhausgasen gültig. Deutschland hat sich verpflichtet, seine CO2-Emissionen bis 2012 um 21 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Das Programm zeigt Unternehmern, ob sie zu den Gewinnern oder Verlierern der CO2- Minderung gehören. Etwa 1800 deutsche Firmen haben bereits Zertifikate für die von ihnen verursachte Luftverschmutzung. Das Programm errechnet, ob sie reichen. Unternehmer haben dann die Wahl: Sie können neue Zertifikate kaufen oder ihre Produktion so umstellen, dass sie weniger CO2 verursachen. Dann können sie mit dem Verkauf überflüssiger Zertifikate sogar Gewinn machen. Doch auch

Privathaushalte können ihren CO2- Ausstoß ermitteln. „Viele haben kein Gefühl dafür, wie viel CO2 sie im eigenen Haushalt produzieren“, sagt Schulz. Er ist überzeugt, dass bald alle Firmen und auch Privatleute Zertifikate kaufen müssen. „Das Kyoto- Protokoll kann nur der Anfang sein.“ dpa

Internet: www.oekoradar.de/kyoto

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