Kontrollen in NRW und Niedersachsen : Blitzmarathon gegen Temposünder

Großaktion gegen Raser: In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen stellt die Polizei 24 Stunden lang tausende Blitzer auf, denn Geschwindigkeitsübertretungen gehören zu den häufigsten Vergehen im Straßenverkehr. Und so verbindet das Ministerium mit der Aktion ganz konkrete Hoffungen.

Foto: Ein Polizist kontrolliert in Recklinghausen die Papiere eines zu schnell gefahrenen Fahrers

Einen gemeinsamen „Blitz-Marathon“ gegen Temposünder im Straßenverkehr haben Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und das Nachbarland Niederlande am Mittwoch gestartet.

Bei der bis Donnerstagmorgen dauernden Aktion wird allein in Nordrhein-Westfalen an mehr als 3300 Stellen die Geschwindigkeit gemessen. Gut 1200 dieser Kontrollpunkte gehen auf Vorschläge von Bürgern zurück. Für NRW ist es bereits die dritte großangelegte Tempomessung. Mehr als 3500 Polizisten und rund 250 Mitarbeiter aus den Kommunen wurden aufgeboten. Niedersachsen und die Niederlande sind erstmals dabei.

„Ein Negativhöhepunkt ist ein Verkehrsteilnehmer in Lünen“, berichtete NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in einer Zwischenbilanz. Der Mann sei auf einer Tempo-80-Strecke mit 145 Kilometern in der Stunde gemessen worden. In Bonn wurde ein Autofahrer in einer Tempo-30-Zone mit 60 Kilometer pro Stunde erwischt. „Es gibt einige Unbelehrbare, die die Aktionen heute nicht mitbekommen haben“, sagte Jäger in Recklinghausen. Dort hielten Jungen und Mädchen aus einem nahe gelegenen Kindergarten ein Transparent hoch: „Wir fordern: Runter vom Gas.“

Zuspruch zu der 24 Stunden dauernden Tempo-Messung kam von dem Verkehrspsychologen Ulrich Wetzels: „Ich finde das grundsätzlich keine schlechte Idee“, sagte er. Der „Blitz-Marathon“ könne auslösen, dass der eine oder andere darüber nachdenke, „wie fahr' ich, wie fahren andere“. In der Flensburger Verkehrssünderdatei entfallen nach seinen Worten die meisten Punkte auf Geschwindigkeitsübertretungen.

Die Aktion sei ein Baustein einer langfristigen Strategie gegen Geschwindigkeitsunfälle, sagte Jäger. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums starben in den ersten neun Monaten des Jahres 73 Menschen weniger auf den Straßen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Schwerverletzten ging um 682 zurück. (dpa)

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