Welt : Korallensterben: Staub aus Afrika vermutlich die Ursache

Die Trockenheit in Afrika ist möglicherweise für das Korallensterben in der Karibik verantwortlich. Ein amerikanisches Forscherteam fand einen für die Korallen tödlichen Pilz im Wüstenstaub, der über den Atlantik geweht wurde. Der Geologe Eugene Shinn erklärte, in den vergangenen 25 Jahren seien die Korallenriffe stark zurückgegangen, während immer mehr Wüstenstaub in den westlichen Atlantikraum transportiert worden sei.

Wegen der anhaltenden Trockenheit und der Überweidung in vielen Regionen Afrikas nahm die Menge des Wüstenstaubs zu; Forscher gehen davon aus, dass jährlich mehrere hundert Millionen Tonnen von einem Kontinent zum anderen wehen. Und nicht nur Korallen sind bedroht. "Der Staub bringt viele Bakterien mit", sagte Shinn. Deshalb sei jetzt ein Mikrobiologe hinzugezogen worden, der die Mikroorganismen im Staub untersuche. 1989 wurden etwa drei Zentimeter große Grashüpfer in einem Sandsturm auf die Windseite der Inseln geweht. "Wenn die es schaffen, denken Sie an all die anderen Dinge, die es schaffen können", sagte Shinn. In dem Bericht hieß es, der Staub reduziere die Sicht auf den Jungfraueninseln und führe manchmal zur Schließung von Flughäfen. Er könne mit Hilfe von Satellitenbildern leicht über den Atlantik bis nach Afrika zurückverfolgt werden. "Unsere Hypothese ist, dass der Abbau der Riffe in der Region in Verbindung zur Zunahme des Staubs steht", hieß es weiter. Dürre und Wüstenbildung in Afrika nahmen Mitte der 60er Jahre zu, verschlimmerten sich in den 70er und 80er Jahren und gingen in den 90ern wieder zurück. Das große Korallensterben in der Karibik ereignete sich 1983 und 1987, Jahre, als besonders viel Staub über den Atlantik kam, wie Shinn erklärte. Eisen und andere Mineralien im Staub beeinflussten wahrscheinlich die Wasserqualität.

Als Mitte der 90er Jahre in der Karibik zahlreiche Korallenarten abstarben, war dafür nach Ansicht der Forscher der Pilz Aspergillus verantwortlich, der mit dem Staub aus Afrika kam.

0 Kommentare

Neuester Kommentar