"Kot & Köter" : Bissiges Zentralorgan für Hundehasser

An Kiosken liegen schon in rauen Mengen Zeitschriften für Hunde-Liebhaber aus. Jetzt gibt es auch ein Zentralorgan für Feinde der besten Freunde des Menschen: "Kot & Köter".

Titelbild der ersten Ausgabe von Kot & Köter.
Titelbild der ersten Ausgabe von Kot & Köter.Foto: dpa

Deutschlands Hundehasser haben in Zukunft ein bissiges Zentralorgan: „Kot & Köter“. Mehr als 20 Jahre nach seiner ersten Ankündigung hat der Hamburger Journalist Wulf Beleites das Projekt wahr gemacht. Hundefeind Beleites war bereits in den 90er Jahren mehrfach in Talkshows aufgetreten. Mit Sätzen wie: „Das deutsche Volk teilt sich in zwei Hälften. Eine, die findet Hunde gut. Und die andere leidet unter ihnen. Jeder ist ein Opfer oder ein potenzielles Opfer.“ Das Geld für die erste Ausgabe mit 1000 Exemplaren Auflage hat der freie Journalist im Internet jetzt bei Unterstützern gesammelt.

Wolf Beleites: "Die Themen liegen auf der Straße"

Die „Zeitschrift für den deutschen Hundefeind“ umfasst 48 Seiten, die Startauflage liegt bei 1.000 Exemplaren. 850 feste Abonnenten hat Beleites nach eigenen Angaben bislang gewonnen, weitere 230 Bestellungen lägen vor. Ab 5.000 Abos soll es die Zeitschrift für 7,80 Euro auch am Kiosk geben.
Material für weitere Ausgaben habe er genug, sagte Beleites am Freitag auf einer Pressekonferenz: „Die Themen liegen auf der Straße“, sagte er. Konkret geplant seien vier weitere Hefte. Ideale Zielgruppe seien Postboten, Kindergärtnerinnen und Jogger.

Die Idee für "Kot & Köter" kam Wolf Beleites in einer Kneipenrunde


Die Themen des Heftes seien „satirisch, bissig, realistisch“, sagte Beleites. Es gibt Leserbriefe, ein Presse-Echo und einen Bücher-Basar. Die Titelstory enthüllt, dass der österreichische Kabarettist Georg Kreisler (1922-2011) ursprünglich nicht die Tauben, sondern Hunde im Park vergiften wollte. „Die Wiener Kulturgeschichte muss umgeschrieben werden“, sagte Beleites, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen Journalisten Union (dju) in ver.di ist.
Die Idee zu „Kot und Köter“ entstand laut Beleites 1992 bei einer Kneipenrunde. Anschließend tingelte der heute 66 Jahre alte Journalist bundesweit durch Talkshows, in denen er sich als Chefredakteur von „Kot und Köter“ ausgab, obwohl es die Zeitschrift gar nicht gab. Weil das Medieninteresse niemals so ganz abriss, habe er sich jetzt zur Herausgabe dieser „überfälligen und überflüssigen Zeitschrift“ entschlossen.

Wolf Beleites finanziert "Kot & Köter" mit Crowdfunding


Möglich machte das die Plattform Krautreporter.de. „Das Crowdfunding war erfolgreich, die Nullnummer liegt jetzt vor, der Versand an die Unterstützer und Abonnenten ist fast abgeschlossen.“ 7,80 Euro steht als Kaufpreis auf der Titelseite, an Kiosken ist „Kot & Köter“ noch nicht erhältlich. „Doch jetzt fängt die Arbeit erst richtig an“, heißt es im Editorial. Das Ziel: vier Ausgaben pro Jahr à 5000 Stück.

"Kleine Phänomenologie des Nuttelpudels"


Zu den ersten Artikeln gehört eine „Kleine Phänomenologie des Nuttenpudels“. Dort wird die „bedingungslose und schamfreie Allianz zwischen Pudel und Rotlicht“ beschrieben. Daneben eine Hassschrift über Möpse: „Plötzlich kam diese kleine, miese Töle nicht um die Ecke, nicht hinterrücks, sondern irgendwie von unten angekrochen.“ Ganz ernst gemeint sind die Pamphlete offensichtlich nicht, zeugen allerdings von großer Distanz zum besten Freund des Menschen. Die abgedruckten Leserbriefe von Hundefreunden sind schon schärfer: „So ein krankes Schwein!“ ist einer der harmloseren Sätze.


„Die Programmatik von «Kot & Köter« ist sehr einfach“, schildert Beleites auf der Internetseite der Zeitschrift. „«Kot & Köter« macht keinen Hehl daraus, dass die Autoren eindeutig etwas gegen die Vierbeiner und ihre Halter haben. «Kot & Köter« versteht sich dabei jedoch nicht als engagiertes Zentralorgan aufgebrachter «Elterninitiativen gegen Hundehäufchen auf Kinderspielplätzen«, sondern als unsentimentale und intelligente Abrechnung mit dem Mythos vom besten Freund des Menschen.“ (dpa/epd)

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