Welt : Kraftlos ins Jahr des Tigers

DANIEL KESTENHOLZ

Heute beginnt das chinesische NeujahrsfestVON DANIEL KESTENHOLZHeute feiert ein Fünftel der Menschheit das chinesische Neujahrsfest.In China und in den Chinatowns aller asiatischen Länder schrubbten Chinesen am Vorabend ihre Wohnungen und Geschäfte sauber, um das Jahr ohne die Altlasten des Vorjahres zu beginnen, an Türen hängen Glückwunschtafeln und in Geschäften stehen kleine Mandarinenbäume, weil ihr Name auf Chinesisch wie "viel Glück" klingt.Das Jahr des Ochsen, das in Asien als das Jahr der Debakel in die Annalen eingeht, ist zu Ende, das Jahr des Tigers bricht an.Astrologen warnen selbst junge Ehepaare, bloß keine Kinder in das Jahr des Tigers zu gebären, denn im Zwölfjahreszyklus der chinesischen Tierkreiskalenders gelten Tiger als ungeduldig, aufbegehrend, starrsinnig, explosiv.Als Tigerstaaten rühmten sich in der Dekade des Aufschwungs die Schwellenländer Thailand, Malaysia, Indonesien und Südkorea.Heute lecken sich die Tiger ihre Wunden.China ist von der radikalen Wertberichtigung weitgehend verschont geblieben, doch weite Teile der Wirtschaften Asiens sind von Chinesen und ethnischen Chinesen dominiert.Migranten aus Festlandchina haben ganz Restasien ihren Stempel aufgedrückt.Langsam droht auch Hongkong der Atem auszugehen.In den Gelagen, die an Neujahr zu Ehren der Ahnen aufgetischt werden, fehlen dieses Jahr selbst die Hühnchen und gerösteten Pekingenten.Das Einfuhrverbot für Geflügel, deren "Vogelgrippe" sechs Menschen dahingerafft hat und eine Massenliquidation von 1.3 Millionen Geflügeln auslöste, wird erst heute aufgehoben.Ein böses Omen?

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