Welt : Krankenhaus Kiel: Patient mit falscher Spritze getötet

Nach dem Tod eines Patienten in Städtischen Krankenhaus Kiel ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Ärzte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Oberstaatsanwaltschaft Uwe Wick bestätigte der dpa am Wochenende einen entsprechenden Bericht der "Kieler Nachrichten". Danach habe eine "Ärztin im Praktikum" vor einem Jahr einem an Leukämie erkrankten Mann aus Versehen ein falsches Medikament gespritzt. Sie injizierte dem Mann ein Mittel ins Hirnwasser, das wegen hoher Dosierung nur in die Vene hätte gespritzt werden dürfen. Der Patient sei am 19. Mai gestorben. Wick zufolge ergab ein Gutachten, dass die Spritze zum Tod des Patienten führte. Ärzte des Krankenhauses hatten sich in der Vergangenheit massiv über Arbeitsbelastung beklagt. Einen Zusammenhang zwischen dieser Situation und dem Tod des Mannes nach der falschen Spritze wies die Kieler Krankenhausdezernentin Annegret Bommelmann in den "Kieler Nachrichten" aber zurück. Die angehende Ärztin war nach eigener Aussage während der Verabreichung der Spritze mit dem Patienten allein im Zimmer. Nach der Approbationsordnung dürfe ein Arzt im Praktikum nur "unter Aufsicht von Ärzten, ärztlich tätig werden".

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