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Krater : Erdloch in Thüringen hat "natürliche Ursache"

Im thüringischen Schmalkalden hat sich in der Nacht der Boden aufgetan und ein Auto verschluckt. Verwirrung gibt es um die Größe des Erdlochs – die Polizei korrigierte sich mehrfach.

Mit schwerem Gerät wird der Kies in die Nähe des Kraters in Schmalkalden gebracht. Das Auffüllen des Lochs in Thüringen soll bis zu zehn Tagen dauern.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Reuters
04.11.2010 11:33Mit schwerem Gerät wird der Kies in die Nähe des Kraters in Schmalkalden gebracht. Das Auffüllen des Lochs in Thüringen soll bis...

Der Krater von Schmalkalden hat eine natürliche Ursache. Ein unterirdischer Hohlraum sei in sich zusammengebrochen, erklärte ein Geologe der Thüringer Behörden am Montag auf einer Pressekonferenz. Bergbau als Ursache sei auszuschließen. Es sei mit weiteren Abbrüchen am Kraterrand zu rechnen.

Ein etwa 40 mal 30 Meter großer Krater war mitten in einem Wohngebiet in Schmalkalden (Thüringen) aufgerissen und hatte ein Auto verschluckt. Wie ein Polizeisprecher vor Ort am Montag mitteilte, brach die Erde in der Nacht zum Montag gegen 3 Uhr auf. Ein Anwohner in der Einfamilienhaussiedlung habe „Geräusche“ gehört und die Polizei alarmiert. Es gebe keine Vermissten oder Verletzten. 23 Menschen mussten ihre Häuser bisher verlassen. Derzeit seien fünf Häuser evakuiert. Weitere Evakuierungen sollen nach Angaben eines Polizeisprechers folgen.

Zur Tiefe des Lochs mitten auf der Straße wollte die Polizei am Vormittag keine genauen Angaben machen. In ersten Meldungen hatte sie die Tiefe noch auf rund 20 Meter und die Ausdehnung auf 30 mal 30 Meter geschätzt. Bürgermeister Thomas Kaminski (parteilos) sagte MDR 1 Radio Thüringen: „Das übersteigt jede Vorstellung.“

Um einen Überblick zu bekommen, sei ein Hubschrauber gestartet, der Luftaufnahmen vom Unglücksort mache und die genaue Größe des Loches vermessen solle. Die Ursache des Kraters war zunächst unbekannt. Ein Experte des Landesbergamtes ist am Unglücksort und soll mit der Untersuchung beginnen.

Ein ähnlicher Erdfall sorgt seit Jahren im rund 40 Kilometer entfernten Tiefenort in der dortigen Kali-Bergbauregion für Probleme und machte fünf Häuser unbewohnbar. Außer in Bergbauregionen sind Erdfälle auch in Karstgebieten häufiger, wo zuletzt bei Bad Frankenhausen ein großes Stück Acker zwölf Meter in die Tiefe sackte.

Ein Großaufgebot der Polizei und Feuerwehr ist in Schmalkalden im Einsatz. Aus Sorge vor weiteren Erdbewegungen sei der Bereich weiträumig abgesperrt worden. Nach einem Stromausfall wegen des Erdfalls seien Gas und Wasser abgestellt worden. „Es ist aber keine größere Hektik entstanden. Die Leute sind den Umständen entsprechend recht ruhig“, sagte eine Polizeisprecherin. (dpa)

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