Welt : Krimi um die Kriegsbilder bei „WikiLeaks“

Washington - Bradley Manning, 22-jähriger Soldat der US-Armee im Irak, ist festgenommen worden, weil er im April das spektakuläre geheime armeeinterne Video über den tödlichen Beschuss von Zivilisten durch einen US-Kampfhubschrauber im Internet veröffentlicht haben soll. Manning hatte sich törichterweise im Internet gegenüber dem Ex-Hacker Adrian Lemo offenbart. Der Ex-Hacker missbrauchte das Vertrauen und verriet ihn. Die Aufnahmen waren im Onlineportal „WikiLeaks.org“ veröffentlicht worden und hatten weltweit Bestürzung ausgelöst. Bei dem Beschuss waren mehrere Zivilisten ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Das mit der Bordkamera des angreifenden Apache-Hubschraubers aufgenommene Video zeigt, wie die Besatzung eine Gruppe in Bagdad ins Visier nimmt. Dann eröffnet sie das Feuer. „Guck dir diese toten Bastarde an“, sagte einer der Piloten. Der andere antwortet: „Hübsch.“ Nach dem Angriff des Hubschraubers kommt ein Kleinbus, um Tote und Verletzte zu bergen. Auch dieser wird beschossen. „WikiLeaks.org“ ist eines der weltweit wichtigsten Portale des unabhängigen Journalismus. Dort können Beamte und Mitarbeiter von Firmen geheime Dokumente veröffentlichen, ohne enttarnt zu werden. Dass im jetzigen Fall der Soldat enttarnt wurde, lag nicht an WikiLeaks, sondern an seiner Redseligkeit gegenüber dem vermeintlich gleichgesinnten Verräter Adrian Lemo. AFP

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