Kriminalität : Jahrelanger Kindesmissbrauch

Ein 57-Jähriger soll seine Tochter und Stieftochter jahrelang sexuell missbraucht haben. Von den ursprünglich 3.700 Fällen sind jedoch bis auf 500 alle schon verjährt. Jetzt beginnt der Prozess.

Kassel - Der Angeklagte soll in den Jahren 1979 bis 1992 seine anfangs fünf Jahre alte Stieftochter in mehr als 3300 Fällen sexuell missbraucht haben. Darüber hinaus soll er seine eigene, anfangs sechs Jahre alte Tochter, von 1983 bis 1985 in fast 400 Fällen sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft wollte dem in Grebenstein bei Kassel lebenden Mann deswegen 3.700 Fälle zur Last legen. Wegen Verjährung ließ das Gericht aber nur einen Teil der Anklage zur Verhandlung zu, wie erst beim Prozessauftakt bekannt wurde.

Nun muss sich die Staatsanwaltschaft auf die Zeit ab 1984 beschränken. Bis 1989 soll der Angeklagte seine damals zwischen 9 und 14 Jahren alte Stieftochter regelmäßig missbraucht haben. Mindestens zwei Mal pro Woche, insgesamt also fast 500 Mal, habe sich der Mann in dieser Zeit von dem Mädchen ans Geschlechtsteil fassen und zumeist auch befriedigen lassen, sagte der Staatsanwalt. Außerdem habe er das Kind immer wieder zum Oralverkehr gezwungen.

Der 57-Jährige, der sein Gesicht beim Betreten des Gerichtssaals hinter einer Zeitung und einer großen Sonnenbrille versteckte, wollte sich beim Prozessauftakt zu den Vorwürfen äußern. Allerdings verlangte er für die Dauer seiner Aussage den Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Gericht stimmte seinem Antrag zu. (tso/ddp)

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