Kriminalität : Pädophiler erpresst 14-Jährigen online mit Nackt-Videos

Ein 14-Jähriger aus Estland denkt, er würde vor seiner Webcam für die 15-jährige "Elisha" - seine Online-Bekanntschaft aus Spanien - strippen. Doch hinter "Elisha" verbirgt sich ein aggressiver Pädophiler, der sein Opfer in den Selbstmord treibt. Der Täter hatte gedroht, die Strip-Videos zu veröffentlichen.

Kinderschänder im Internet
Nicht der einzige Fall. Es haben sich noch Dutzende weitere Jugendliche mit ähnlichen Erlebnissen gemeldet. -Foto: dpa

TallinnDie estnischen Behörden fahnden nach einem mutmaßlichen Pädophilen, der sich im Internet als junges Mädchen ausgibt und Jungen damit zum Versenden von Nackt-Videos bringt. Estland habe die spanischen Ermittler um Hilfe gebeten, sagte ein Sprecher der estnischen Generalstaatsanwaltschaft am Freitag. Derzeit seien fünf Opfer des mutmaßlichen Pädophilen bekannt, die Dunkelziffer sei vermutlich wesentlich höher. Am Mittwoch hatte das estnische Fernsehen berichtet, dass dutzende Jugendliche aus Estland dem Erpresser aufgesessen seien, der sich im Internet als 15-jährige Spanierin namens "Elisha" ausgab. Unter den Opfern war ein 14-Jähriger, der sich im März das Leben nahm, nachdem "Elisha" ihn erpresst hatte.

Nach dem Tod des Jungen fanden dessen Eltern heraus, dass er sich über einen längeren Zeitraum mit "Elisha" online ausgetauscht hatte. Dabei soll ihn die angebliche junge Spanierin aufgefordert haben, sich vor der Webcam für sie auszuziehen. Später sei "Elisha" dann aggressiv geworden und habe damit gedroht, die Videos des Jungen zu veröffentlichen, wenn er nicht weiter online strippe.

Die Tante des toten Jungen, Sirle Kalma, startete am Donnerstag eine Website zum Kampf gegen Internet-Pädophilie. Allein am ersten Tag hätten sich bereits sieben Teenager an sie gewandt, die auf ähnliche Weise Pädophilen auf den Leim gegangen seien, sagte sie am Freitag. Dutzende Jungen, die von Internet-Bekanntschaften zum Webcam-Strip aufgefordert seien, hätten ihr ebenfalls ihre Geschichte erzählt. (bai/AFP)

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