Kriminalität : "Phantom von Heilbronn" gab es womöglich nie

Das von der Polizei im Zusammenhang mit einem Polizistenmord fieberhaft gesuchte "Phantom von Heilbronn" hat es laut einem Medienbericht womöglich nie gegeben. Höchstwahrscheinlich seien die Wattestäbchen, die Fahnder zur Sicherung von DNA-Spuren verwendet hatten, schon vorher mit DNA-Material verunreinigt worden.

Hamburg/StuttgartDas "Phantom von Heilbronn" gibt es laut einem Bericht des Online-Portals "Stern.de" möglicherweise gar nicht. Stattdessen könnten die DNA-Spuren von einer Mitarbeiterin des Wattestick-Herstellers stammen, die bei der Produktion unachtsam gewesen war. Das zuständige Landeskriminalamt in Stuttgart wollte sich zunächst nicht zu dem Bericht äußeren.

An mindestens 40 verschiedenen Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und in Österreich waren DNA-Spuren einer unbekannten weiblichen Person gefunden worden, nach der jahrelang als geheimnisvolles "Phantom" gefahndet wurde. Die Frau soll mehrere Menschen getötet haben, unter anderem im April 2007 eine junge Polizistin in Heilbronn. Auch in Einbrüche und Diebstähle soll sie verwickelt gewesen sein.

Nach der Entdeckung einer DNA-Spur auf einer Cola-Dose, die 2007 bei einem Schuleinbruch in Saarbrücken gesichert worden war, hätten die Ermittler eine interne Untersuchung eingeleitet, berichtete "stern.de" weiter. Es habe geklärt werden sollen, ob möglicherweise doch Utensilien zur Spurensicherung schon vorher verunreinigt waren.

Zahlreiche Ungereimtheiten

Die zur Sicherung der DNA-Spuren verwendeten Wattestäbchen waren dem Bericht zufolge zwar ordnungsgemäß sterilisiert worden - doch könnten Verunreinigungen durch menschliche Körperzellen - etwa aus Hautresten, Schweiß und anderen Sekreten - überleben, berichtet der Onlinedienst unter Berufung auf Experten. Laut "stern.de" sollen inzwischen Packerinnen eines norddeutschen Unternehmens für Medizinalbedarf Speichelproben abgegeben haben, um ihr DNA-Profil mit dem des "Phantoms" abgleichen zu können.
Laut "stern.de" spricht für eine Verunreinigung auch, dass in Bayern noch keine Spuren des "Phantoms" entdeckt wurden. Dort würden andere Watte-Sticks benutzt als in anderen Bundesländern. Zudem gab es zahlreiche Ungereimtheiten in dem Fall. So soll die unbekannte Frau den Ermittlungen zufolge ihre Verbrechen mit Slowaken, Serben, Polen, Kroaten, Deutsch-Irakern, Rumänen, Albanern und Franzosen begangen haben. (küs/AFP)

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