Kriminalität : Prozessbeginn im Fall der einbetonierten Babys

Fast neun Monate nach dem Fund von zwei einbetonierten Babyleichen im thüringischen Altenburg muss sich die Mutter vor Gericht verantworten. Die 44-jährige Frau bestreitet die Tötung der Kinder.

Gera - Die frühere Kindergärtnerin gab am ersten Verhandlungstag an, beide Kinder nach plötzlichen starken Schmerzen und Blutungen auf der Toilette im heimischen Bad verloren zu haben. "Ich habe nie ein Kind getötet", beteuerte sie bei ihrer Befragung vor der Schwurgerichtskammer.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die aus Altenburg stammende Frau, etwa 1992 und 1994 zwei lebensfähige Kinder zu Hause geboren und sie unmittelbar danach getötet zu haben. Anschließend seien die beiden Leichname im Keller ihres Wohnhauses begraben und einbetoniert worden.

Die wegen zweifachen Totschlags angeklagte Frau sagte weiter, dass sie die Babys jeweils aus der Toilette genommen und in ein "Badetuch oder Ähnliches" eingewickelt habe. Die damals schon zweifache Mutter gab an, die Babys hätten "nicht so wie ein Neugeborenes", sondern "grau und leblos" ausgesehen und kein Lebenszeichen von sich gegeben.

"Ich wollte nicht schwanger sein"

Zum Zeitpunkt der Geburt sei sie beide Male allein im Haus gewesen. Ihr Mann habe sie jeweils später im Bad gefunden. Was mit den Babys geschehen sei, habe sie nicht mitbekommen. Später habe ihr Mann ihr gestanden, sie "in den Keller geschafft und vergraben" zu haben. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, warum sie keinen Arzt konsultiert hätte, antwortete die Angeklagte, "ich wollte nicht schwanger sein, für mich war ich nicht schwanger".

Die Vorfälle aufgedeckt hatte der 48 Jahre alte Ehemann der Angeklagten. Aus Eifersucht, weil seine Frau ihn verlassen wollte, zeigte er sich am Silvesterabend 2005 selbst an. Er gab an, die beiden Babys auf Geheiß seiner Frau im Keller vergraben und einbetoniert zu haben. Der Ehemann soll am Nachmittag vernommen werden. (tso/ddp)

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