Kriminalität : Todespillen für Lebensmüde

Die Staatsanwaltschaft in Wiesbaden ermittelt gegen einen Mann, der im Internet Todespillen an 20 potenzielle Selbstmörder verkauft haben soll. Sechs der Käufer starben nach Angaben der Behörde qualvoll.

Wiesbaden - In 13 weiteren Fällen konnten die Menschen noch gerettet werden, manche von ihnen lagen über Tage im Koma und litten an schweren Krämpfen. Einer der Käufer hatte die Tabletten noch nicht eingenommen.

Wie Behördensprecher Alfons Grevener erklärte, verkaufte der Verdächtige Arzneimittel wie Antieleptika, Barbiturate und schwere Beruhigungsmittel an die Selbstmordwilligen, die er über eine einschlägige Internetseite kennengelernt hatte. Er verlangte für seine Dienste Beträge zwischen 200 und 1500 Euro, nahm aber auch "Naturalien" wie etwa PCs entgegen.

Die Gelder ließ er auf die Bankkonten von zwei Freunden vorab überweisen. Der Mann wird nun wegen schweren Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz verfolgt und muss mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von mehr als zehn Jahren rechnen. (tso/AFP)

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