Kriminalität : Vater tötet seine beiden Kinder in Ludwigshafen

In der Nacht zum Samstag sind ein vier Jahre altes Mädchen und ihr zwölf Jahre alter Bruder Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Ihre Mutter wurde schwer verletzt. Der Täter war offenbar der Vater, der inzwischen schwer verletzt festgenommen werden konnte.

LudwigshafenZwei Kinder wurden bei einer Familientragödie in Ludwigshafen getötet: Ein 37-Jähriger Mann steht im Verdacht, seine vierjährige Tochter und den zwölfjährigen Sohn umgebracht und seine Frau schwer verletzt zu haben. Die Leichen der Kinder wurden zusammen mit der verletzten Mutter am Samstag im Reihenhaus der Familie entdeckt. Der Vater, der zunächst geflüchtet war, wurde am Mittag nach dem Hinweis von Joggern lebensgefährlich verletzt an einem Badesee festgenommen. Er blutete stark und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

"Es ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass er versucht hat, sich umzubringen", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Hintergründe und genauer Hergang der Tat, die in der rheinland- pfälzischen Neubausiedlung für Entsetzen sorgte, waren zunächst unklar. Auch über die Art der Verletzungen gab die Polizei keine Auskunft.

Die Beamten fanden die Opfer um 1 Uhr morgens in dem blauen Reihenhaus mit der Nummer 15B. Die 33 Jahre alte Mutter wurde mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und war am Vormittag außer Lebensgefahr. Zuvor hatte ein Mann um 0:42 Uhr über Notruf der Polizei mitgeteilt, er habe seine ganze Familie umgebracht. Nach der Entdeckung der Leichen durchkämmten drei Dutzend Polizeibeamte mit Hunden bis zum Morgen das Gebiet mit Brach- und Ackerflächen, die an einige Weiher stoßen. An einem davon lag der 37-Jährige mit tiefen Schnitte in den Unterarmen, die er sich offenbar mit einem Klappmesser zugefügt hatte. Ein Motiv ist noch nicht bekannt: "Das kann alles Mögliche sein", sagte Polizeisprecher Michael Lindner. Der Mann ist nicht ansprechbar; wann er vernommen werden kann, sei noch unklar.

Am Haus der Familie wiesen am Samstagvormittag nur die heruntergelassenen Rollläden und das Polizeisiegel an der Haustür auf das Drama hin. Bei den Nachbarn herrscht absolute Fassungslosigkeit. "Vom Eindruck her waren das nette Leute", sagt ein 27 Jahre alter Kraftfahrzeugelektriker, der schräg gegenüber wohnt. Das Neubaugebiet sei eine "sehr ruhige Gegend" und eigentlich idyllisch. "Es ist traurig, was passiert ist", sagt eine 29 Jahre alte Anwohnerin. Man habe nie einen Streit gehört.(svo/jg/ddp/dpa)

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