• Kronprinzessinnenhochzeit in Schweden: „Es war keine Liebe auf den ersten Blick“

Kronprinzessinnenhochzeit in Schweden : „Es war keine Liebe auf den ersten Blick“

Was eine Intimkennerin des schwedischen Hofes über Kronprinzessin Victoria und ihren zukünftigen Ehemann sagt. Ein Interview.

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Was ist Ihrer Ansicht nach das auffallenste Merkmal an Kronprinzessin Victoria? Sie kennen sie seit ihrer Geburt …

Es sind vor allem ihre Augen. Ihre Augen bleiben einem im Gedächtnis. Sehr beobachtende, sehr aufnehmende, abwartende, nachdenkliche Augen. Braun, groß und warm. Sie hat viel Sicherheit und Ruhe in sich selbst. Und sie ist sehr neugierig – sie hat unglaublich viel studiert und will immer neues Erschließen, besitzt eine große Neugier auf die Welt.

Victoria hatte Essstörungen. Man sagt, dass Essstörungen etwa darauf zurückzuführen sind, wenn Kinder nicht genug Selbstvertrauen aus der Familie bekommen, unter Leistungsdruck stehen …

Die Essstörungen der Kronprinzessin sind seit langem auskuriert. Kronprinzessin Victoria hat damals gesagt, dass niemand anderes ihr Leistungsdruck macht, sie selbst mache sich den Druck. Es kamen viele Briefe von Eltern, die Töchter mit Essstörungen hatten und Tipps wollten. Die Kronprinzessin wagte das nicht. Sie begründete das damit, dass auch der Weg aus Essstörungen heraus vom Individuum abhängt und unterließ es, allgemeine Ratschläge zu geben.

Wie haben sich Victoria und ihr damaliger Fitnesstrainer Daniel Westling genau kennengelernt?

Das ist ihre eigene kleine Geschichte. Ein Geheimnis müssen sie auch für sich allein haben können. Ich weiß nur, dass es nicht Liebe auf den ersten Blick war. Sie wurden Freunde, daraus wuchs dann später die Verliebtheit und dann wurde es Liebe.

König Carl Gustaf soll Daniel, der aus einfachen Verhältnissen stammt, für gewöhnungsbedürftig gehalten haben. Es dauerte sieben Jahre bis er die Verlobung erlaubte …

Daniel Westling und der König mochten einander. Der Umgang war beiden angenehm, aber der König ist stets vorsichtig. Die Leute vergessen oft, es ist keine leichte Sache, eine Kronprinzessin zu heiraten. Es musste Daniel Zeit gegeben werden, um wirklich zu realisieren, in was er sich da hineinbegibt. Es ist eine Lebensaufgabe, die er nun übernimmt. Seine Fitnessstudios etwa darf er nicht mehr weiterbetreiben, auch wenn er viel Mühe und Energie in sie gesteckt hat. Und das Paar brauchte auch Zeit für sich. Aber der König ist der Chef am Hofe. Und er weiß, was es bedeutet, das königliche Amt auf Lebenszeit angenommen und nicht abgewiesen zu haben. Es ist eben nicht nur Glanz und Glitter. Der König hat eine gute Intuition bei seinen Entscheidungen.

Was dachten Sie, als Sie von der Beziehung erfuhren: „Oh mein Gott, der Fitnesslehrer, ihr Freund?“

Nein (lacht). Ich war sehr neugierig und ging offen an die Sache ran. Als ich ihn das erste Mal bei einem Geburtstagsfest traf, fand ich, dass er sympathisch war, ein sehr schwedischer Mann. Sehr bodenständig, mit viel Liebe zur Natur, sehr zugänglich und aufrichtig. Und ich glaube, er hat viel dazu beigetragen, dass die Kronprinzessin so eine selbstsichere Person geworden ist. Die beiden sind gut füreinander. Ich freue mich auf die Hochzeit.

Elisabeth Tarras-Wahlberg (59) arbeitete von 1976 bis 2008 am Hofe in Schweden – viele Jahre als Sprecherin der Königsfamilie. Mit ihr sprach in Stockholm André Anwar.

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