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Künstler und Dienstleister : Ein Stuhl ist Kultur

24.08.2012 13:52 Uhrvon
Neue Materialien reizen Werner Aisslinger. Der Stuhl "Hemp Chair" ist aus Hanf gefertigt. Verheizen und rauchen macht keinen Sinn, denn dem Hanf sind noch Kenaf-Fasern beigemischt –eine Alternative zum Erdöl abhängigen Kunststoff.Bild vergrößern
Neue Materialien reizen Werner Aisslinger. Der Stuhl "Hemp Chair" ist aus Hanf gefertigt. Verheizen und rauchen macht keinen Sinn, denn dem Hanf sind noch Kenaf-Fasern beigemischt... - Foto: Werner Aisslinger

Der Berliner Designer Werner Aisslinger ist einer der wichtigsten Gestalter Deutschlands. Er gestaltet Möbel, richtet Hotels ein und entdeckt immer wieder neue Materialien.

Es ist morgens um zehn. Werner Aisslinger kommt gerade aus seinem Büro in Singapur zurück. Er hat fast 20 Stunden im Flieger gesessen, war kurz nach Hause, um zu duschen, und sitzt nun wieder in seinem Studio an der Heidestraße nördlich des Hauptbahnhofs. Das helle Loft befindet sich in einem alten Backsteinbau. Zwischen den Schreibtischen stehen Holzskelette halbgepolsterter Sessel, fertige Stühlen und Architektur-Modelle. Ein Blickfang ist das schlangenförmige Regal „Books“, das Werner Aisslinger 2006 entworfen hat. Mit einer Metallkonstruktion werden ausrangierte Bücher zu einer Art Skulptur.

Werner Aisslinger ist einer der einflussreichsten Produktdesigner Deutschlands und arbeitet für internationale Firmen wie Cappellini, Porro und Zanotta. Er gestaltet neben Möbeln auch Hoteleinrichtungen wie für das Hotel Michelberger in Friedrichshain oder Wohnkuben wie den „Loft Cube“. Dieses mobile Haus steht momentan im Garten des Hauses am Waldsee. Aktuell arbeiten Aisslinger und sein Team außerdem noch an dem Inneren und Äußeren eines Krankenwagens, an weiteren Hotels in Wien, Berlin und Zürich, an mehreren Stühlen, einem Kühlschrank, einem Studentenwohnheim, einer Leuchte, einem Lichtschalter, einer Musikbox, einem Sofa, einem kompletten Jugendzimmer und einem Systemmöbel.

„Meine Arbeit als Designer liegt irgendwo zwischen der eines Künstlers und der eines Dienstleisters“, sagt Werner Aisslinger. „Ich versuche, eine gesunde Mischung von Auftragsarbeiten und kreativen Projekten zu machen. Um flexibel zu bleiben und nicht nur kommerzielle Aufträge annehmen zu müssen, arbeite ich viel mit Freelancern zusammen.“

Ein Meisterwerk – die "BeHive"-Leuchte für Foscarini.Bild vergrößern
Ein Meisterwerk – die "BeHive"-Leuchte für Foscarini. - Foto: Foscarini

Einen Sinn für schöne Formen entwickelte er schon als Kind. Damals interessierte er sich aber mehr für schnittige für Autos als für Möbel. „Ich bin in einer bayrischen Kleinstadt aufgewachsen. Meine Eltern hatten keinen großartigen Sinn für Design, das lernte ich erst später kennen“, sagt er. Nach seinem Studium für Industriedesign an der Hochschule der Künste (HDK) in Berlin versuchte er erst einmal in der Möbelindustrie Fuß zu fassen. Er arbeitete in London bei Jasper Morrison und Ron Arad und für das Studio de Lucchi in Mailand.

In Berlin hatte er so gut wie nie Kunden. „Die Stadt war spannend und aufregend, aber eine Designwüste“, sagt Werner Aisslinger. 2003 rief er den Designmai mit ins Leben. Die Veranstaltungsreihe wird heute unter dem Namen DMY weitergeführt. „Bis heute hat sich viel getan. Es gibt viele gute junge Leute in der Stadt. Sie haben hier für ihre Arbeit den Freiraum, den sie brauchen.“

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