Welt : Kunstdiebstahl: Mit Rembrandt ins Motorboot

In einer spektakulären Aktion haben schwer bewaffnete Kunstdiebe zwei Werke des französischen Malers Auguste Renoir und ein Bild des Holländers Rembrandt aus dem Stockholmer Nationalmuseum gestohlen. Wie die Polizei mitteilte, waren die drei Täter am Freitagabend unmittelbar vor der Schließung in das Museum gestürmt. Die maskierten Männer hielten das Sicherheitspersonal und die Besucher mit Gewehren in Schach. Einer der Räuber habe Angestellte und Besucher im Erdgeschoss mit einer Waffe bedroht, während seine Komplizen die Kunstwerke aus verschiedenen Ausstellungsräumen im Obergeschoss gestohlen hätten. Dann raubten sie die drei Ölgemälde und flüchteten unerkannt mit einem Boot aus dem am Wasser gelegenen Museum.

Bei den Bildern handelt es sich um ein Selbstporträt von Rembrandt und die Werke "Konversation" sowie "Junge Pariserin" von Renoir. Ihr Wert wird auf 66 Millionen Mark geschätzt. Unklar ist, ob die Gemälde mit einer Alarmanlage gesichert waren.

Der Raub und die Flucht der Kunstdiebe war nach Polizeiangaben gründlich vorbereitet. Kurz nach dem Überfall seien in der Nähe des Museums zwei Autos explodiert. Die Diebesbande habe damit offensichtlich von ihrer Flucht ablenken wollen. Ausgelegte Nägelmatten erschwerten der Polizei die Verfolgung. Erfolglos durchkämmten die Beamten Straßen und Wasserwege.

Tommy Lindstroem von der Nationalpolizei sagte am Sonnabend, die Diebe wussten genau, worauf sie es abgesehen hatten. Die Täter seien offenbar keine Schweden, sondern Ausländer gewesen. Lindstroem bezweifelte, dass es für die Diebe leicht sein werde, die Bilder zu verkaufen. "Ein absolut absurder Diebstahl", sagte ein Kunstexperte. Die Werke seien sehr bekannt und daher noch nicht einmal auf dem Schwarzmarkt verkäuflich. Möglicherweise solle das Museum mit den Gemälden erpresst werden, oder sie würden an Privatsammler im Ausland verkauft. Die Polizei startete eine Großfahndung nach den Kunsträubern, eine heiße Spur gab es zunächst aber offenbar nicht.

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