Kunstdiebstahl : Polizei stellt geklaute Riefenstahl-Fotos sicher

Die Kölner Polizei hat gestohlene Fotos von Leni Riefenstahl und anderen populären Fotografen entdeckt. Die Beamten fanden die Bilder im Wert von rund vier Millionen Euro in einem mit Sperrmüll getarnten Versteck. Drei Tatverdächtige wurden verhaftet.

Köln Die Fotografien waren Anfang November im Keller eines Firmengebäudes im Zentrum von Köln entwendet worden. Die Polizei entdeckte die Fotos schon kurz nach dem Diebstahl in einem Kellerverschlag unweit des Tatorts. Aus "verfahrenstechnischen Gründen" wurde der Fund zunächst geheim gehalten. Gestohlen worden waren unter anderem 250 Fotografien von Leni Riefenstahl, 300 Werke des US-Fotografen Elliott Erwitt sowie Arbeiten von Peter Lindbergh und Helmut Newton.

Da die Fotokunst in einem unübersichtlichen Kellertrakt ohne jeden Hinweis auf die dort verborgenen Werte gelagert worden war, vermutete die Polizei von Anfang an, dass die Einbrecher gute Ortskenntnisse gehabt hatten. "Auch ein Mauerdurchbruch war in besonderem Maße verdächtig - das Loch war sogar so genau in eine Wand gestemmt, dass eine Person beim Durchklettern nicht von den Bewegungsmeldern des alarmgesicherten Raumes erfasst wurde." Schließlich versperrte den Dieben aber eine Eisentür den Weg, so dass sie ihre Beute nicht abtransportieren konnten, sondern die Fotokoffer verstecken mussten. Dieses Versteck fand die Polizei bei einer Durchsuchung des Kellers.

Hausmeister unter Verdacht

Ein 42 Jahre alter Gehilfe des Hausmeisters erregte bei weiterer Beobachtung des Kellers den Verdacht der Ermittler, weil er "eine deutliche Reaktion" zeigte, als er bemerkte, dass der Verschlag leer war. Der 46-jährige Hausmeister selbst war nach einem Streit um Geld von der Archivierungs-Gesellschaft für Fotokunst entlassen worden, wodurch er in den Augen der Polizei ebenfalls zum Kreis der Tatverdächtigen gehörte.

"Schon 1981 hatte er in Köln seinen damaligen Chef ermordet, um an dessen Tresor-Einlagen heran zu kommen", teilte die Polizei mit. Dazu kam ein dritter Verdächtiger im Alter von 52 Jahren. In den Wohn- und Geschäftsräumen der Beschuldigten fand die Polizei Beweismittel - auch mehrere Fotobücher aus dem Archiv - sowie Latten und Schrauben, wie sie zum Bau des Verschlages benutzt worden waren. Die drei Verdächtigen bestreiten jede Tatbeteiligung. Die Polizei sucht noch nach einem vierten Mann, der in einer Bank versucht hatte, einen bei dem Einbruch gestohlenen Scheck einzulösen. (küs/dpa)

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