Kuriose Schatzsuche : Dem Bernsteinzimmer auf der Spur?

Schatzsucher in Sachsen wollen zwei Tonnen Gold geortet haben. Es soll in einem Schacht in der Nähe der tschechischen Grenze liegen. Handelt es sich um das legendäre Bernsteinzimmer?

Schatzsuche im Erzgebirge
Schatzsucher vermuten in einem Waldstück in mehreren Metern Tiefe Kisten mit Goldbarren - oder sogar das Bernsteinzimmer. -Foto: ddp

Deutschneudorf Sie suchen das Bernsteinzimmer und sprechen nun von einer heißen Spur: Schatzsucher wollen im deutsch-tschechischen Grenzort Deutschneudorf rund zwei Tonnen Gold geortet haben - in einem Hohlraum im Felsgestein. Das Gelände sei mit Spezialmessgeräten untersucht worden, sagt der Bürgermeister des sächsischen Ortes, Hans-Peter Haustein (FDP). Die Analyse habe ergeben, dass es sich um einen künstlich angelegten Schacht handele. An dessen Ende in rund 20 Metern Tiefe soll ein Hohlraum mit einem erheblichen Aufkommen von Edelmetall liegen.

"Es ist definitiv kein Eisen. Das ist Gold, vielleicht auch Silber", vermutet Haustein. In der nächsten Woche wird geplant, wie der Schatz freigelegt werden kann. "Wir erwarten entweder Gold vom Bernsteinzimmer oder von diesem Gold Hinweise zu einem weiteren Versteck." Bei den Untersuchungen würden elektromagnetische Wellen ins Bergmassiv geschickt, erklärte Haustein. Die Reflexionen lieferten Informationen über die Struktur. "Daher kann ein Eisenvorkommen schon ausgeschlossen werden."

Schatzfieber in Deutschneudorf

Seit Jahren ist der Bürgermeister vom Schatzfieber gepackt. Er geht immer wieder Hinweisen auf das verschollene Bernsteinzimmer der russischen Zaren nach. Bisher blieb die Suche erfolglos. Doch nun will der Hobby-Schatzsucher Christian Hanisch aus Schleswig-Holstein in Aufzeichnungen seines Vaters, der Funker bei der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg war, Koordinaten von Orten gefunden haben, wo die Nazis am Kriegsende Gold und Diamanten versteckt haben sollen. Diese Koordinaten sollen zu sogenannten Entnahmedepots führen.

"Diese Koordinaten stimmen exakt mit dem Ort unserer Suche und den Messergebnissen überein", sagte Haustein. In solchen Depots seien am Kriegsende Wertsachen und Schätze versteckt worden. Das Bernsteinzimmer war ein Geschenk des Preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen. 1941 wurde es in Zarskoje Zelo bei Petersburg von deutschen Soldaten demontiert und ins Königsberger Schloss gebracht, wo sich seine Spur verliert. In den vergangenen Jahrzehnten wurde es schon an mehr als 100 Orten vermutet. (ck/dpa)

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