Welt : Kuriose Verwechslung im Kalten Krieg

Dass es keine sowjetischen U-Boote waren, die im Kalten Krieg die schwedische Marine ein ums andere Mal in Aufregung versetzten, ist schon seit einiger Zeit sicher. Erst standen ausgewilderte Nerze im Verdacht, die Horcher der Marine genarrt zu haben, und jetzt haben Fachleute Heringsschwärme im Verdacht, den Lauschern ein X für ein U-Boot vorgemacht zu haben.

Die Stockholmer Presse berichtete am Donnerstag, die Heringstheorie sei Verteidigungsminister Björn von Sydow vom Oberkommando als Ergebnis der jüngsten Untersuchungen unterbreitet worden. 1981 war in den Schären vor der Küste Schwedens allerdings tatsächlich einmal ein sowjetisches U-Boot gestrandet.

Vor fünf Jahren wurde festgestellt, dass schwimmende Nerze Geräusche abgeben, die mit denen eines getauchten U-Bootes verwechselt werden können. "Erst waren es U-Boote. Dann waren es Nerze. Jetzt kommt es noch schlimmer - die Geräusche stammten von Heringen", amüsierte sich die Zeitung "Aftonbladet". Was nach Auffassung des Oberkommandos mit der korrekten Zuordnung der Geräusche ein für alle Mal geklärt ist, hatte die Schweden zu Zeiten des Kalten Krieges des Öfteren in Aufregung versetzt. Die Strandung der U 137 sprach ja dafür, dass sich sowjetische U-Boote vor der Küste herumtrieben.

Eigentlich aber, so kommentierte die Zeitung "Expressen", hatte die Aufregung mehr mit der Innenpolitik zu tun als mit den internationalen Beziehungen. "Die politische Tagesordnung wurde bestimmt von einer Mischung aus Verteidigungsaktionismus und Nationalismus." Aber das sei jetzt nun vorbei. Und was die Heringe angehe, so fange man die "am besten mit einer Schnur, ein Paar Haken und einem Senkblei."

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