Welt : „Kursk“-Experten am gekenterten Säuretanker

St. Goarshausen - Bergungsspezialisten der „Kursk“-Katastrophe vor zehn Jahren werden am gekenterten Säuretanker „Waldhof“ bei St. Goarshausen eingesetzt. Das deutsch-niederländische Spezialunternehmen Mammoet Maritime ist Teil eines Transport- und Krankonzerns mit weltweit rund 3600 Mitarbeitern und sei auch für die Unglücksstelle auf dem Rhein beauftragt worden, sagte der Sprecher der Einsatzleitung, Uwe Gilbert Rindsfüßer. Mammoet war eine von zwei niederländischen Firmen, die im Auftrag der russischen Regierung nach monatelanger Planung und Vorbereitung im Oktober 2001 die Bergung der „Kursk“ unternahmen. Durch eine Explosion an Bord war das 154 Meter lange und knapp 20 Meter hohe Atom-U-Boot auf den Grund der Barentsee gesunken. Bei dem Unglück im August des Jahres 2000 starben alle 118 Seeleute an Bord.

Die 110 Meter lange „Waldhof“ war mit knapp 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord am Morgen des 13. Januar nahe des Loreleyfelsens gekentert. Von vier Besatzungsmitgliedern konnten zwei gerettet werden, die beiden anderen werden vermisst und sind vermutlich tot.

Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) hat vor den am Wochenende beginnenden Bergungsarbeiten eindringlich vor den Gefahren für Schaulustige gewarnt. Er rief die Bevölkerung am Donnerstag an der Unglücksstelle dazu auf, sich von dem Tanker fernzuhalten. Die Sicherheit gehe vor, es dürfe nicht sein, dass sich Katastrophentouristen in Gefahr bringen. „Der Tanker steht unter Druck und hat eine hoch konzentrierte Chemikalie an Bord“, sagte Bruch. Es sei mit Sperrungen und Verkehrsbehinderungen auf beiden Uferseiten während der Arbeiten zu rechnen. Im Laufe der Bergung solle das Wasser aus den Ballasttanks der „Waldhof“ abgelassen werden, gleichzeitig werde das Schiff mit drei Kränen angehoben, um es aufzurichten, fügte der Sprecher hinzu.

Mittlerweile stauen sich 273 Schiffe zwischen Mainz und Burgbrohl (Kreis Ahrweiler). dapd

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