Welt : Kurzmeldungen

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Immer mehr Luxus. Wenn es ums Badezimmer geht, geben sich die Deutschen nicht mehr mit blankem Funktionalismus zufrieden: 81 Prozent antworteten bei einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus Nürnberg, sie müssten sich in diesem Raum der Wohnung „ganz und gar wohl fühlen“. Auch die Umschreibung des Bades als „Insel der Ruhe und Entspannung“ stieß auf breite Zustimmung. Immer größer und luxuriöser ist die ehemalige Nasszelle in den vergangenen Jahren geworden. „Viele sind bereit, dafür anderswo Platz zu opfern“, weiß die Architektin Uta Krampitz aus München, die Bücher zur Badgestaltung veröffentlicht hat.

Dass die Karriere des Badezimmers vergleichsweise jungen Datums ist, machen sich die wenigsten bewusst. „Der heutige sanitäre Standard erscheint uns so selbstverständlich, als hätte es ihn schon vor 100 Jahren gegeben“, sagt der Stadtsoziologe Herbert Glasauer von der Universität Kassel. „Dabei besaß in den sechziger Jahren eine Mehrzahl der Wohnungen noch kein Bad mit fließend warmem Wasser.“ Welche Entwicklung das private Hausbad hinter sich hat, zeigt jetzt eine Sonderausstellung im Deutschen Museum in München. Dort ist unter anderem zu erfahren, dass noch 1901 jeder Berliner statistisch gesehen nur alle drei Jahre ein warmes Bad nehmen konnte. dpa

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